Das Wichtigste in Kürze
- Der Radeffekt versetzt das Heck seitlich, also das hintere Ende des Bootes, nicht den Bug vorn. Das Boot dreht, ohne dass du das Ruder anfasst.
- Rechtsdrehend heißt: der Propeller dreht bei Fahrt vorwärts im Uhrzeigersinn. Gemeint ist der Blick von achtern, also von hinten nach vorn auf das Boot.
- Mit rechtsdrehendem Propeller dreht das Heck im Rückwärtsgang nach Backbord, also nach links.
- Deshalb ist Backbord mit rechtsdrehendem Propeller die bequemere Anlegeseite: beim Bremsen mit dem Rückwärtsgang zieht dich der Radeffekt an den Steg.
- Ursache ist das Schraubenwasser. Der Propeller wirft es nicht gerade weg, sondern rotierend, und im Rückwärtsgang nach vorn gegen den Rumpf. Dort trifft es die beiden Seiten unterschiedlich stark, und daraus wird eine Kraft, die das Heck dreht.
- Vorwärts gibt es den Effekt auch, mit rechtsdrehendem Propeller wandert das Heck dann nach Steuerbord. Er ist aber deutlich schwächer und mit dem Ruder sofort auszugleichen. Spürbar wird der Radeffekt rückwärts.
- Für Binnen und See gilt beim Radeffekt dasselbe. Unterschiedlich geregelt ist nur das Wenden.
Was du im Rückwärtsgang merkst
Du legst den Rückwärtsgang ein, um zu bremsen, und das Boot läuft nicht gerade nach hinten: das Heck wandert zur Seite. Bei rechtsdrehendem Propeller nach Backbord, und zwar von selbst, nicht weil du so steuerst. Das ist der Radeffekt.
Versetzt wird dabei das Heck, nicht der Bug - auch wenn es sich am Steuerstand anders anfühlt. Du schaust nach vorn, und dort schwenkt der Bug scheinbar zur Gegenseite. Das ist dieselbe Drehung, nur von der anderen Seite betrachtet.
Rückwärts zählt der Effekt am meisten, weil das Ruder dort in den ersten Sekunden nichts tut. Ein Ruderblatt lenkt nur, wenn Wasser daran vorbeiströmt. Vorwärts liefert der Propeller diese Strömung selbst: er bläst sein Wasser nach hinten, genau gegen das Ruder, und du kannst schon lenken, bevor das Boot überhaupt Fahrt hat. Rückwärts bläst er nach vorn, von dort bekommt das Ruder nichts. Anströmung entsteht erst, wenn das Boot wirklich rückwärts durchs Wasser fährt - und bis dahin sind ein paar Sekunden und ein paar Meter vergangen.
Genau in diesen Sekunden arbeitet der Radeffekt schon. Wer rückwärts hart gegensteuert und sich wundert, dass nichts passiert, hat nicht falsch gesteuert, sondern zu früh: das Ruder ist noch nicht im Spiel.
Weil der Propeller das Boot dabei dreht wie sonst das Ruder, heißt der Radeffekt auch indirekte Ruderwirkung. Unter diesem Namen taucht er in den Prüfungsfragen auf.
Rechtsdrehend oder linksdrehend: der Blick von achtern
Der Bezugspunkt ist der Blick von achtern: du stehst gedanklich hinter dem Boot und schaust nach vorn. Dreht der Propeller aus dieser Sicht bei Fahrt vorwärts im Uhrzeigersinn, ist er rechtsdrehend; dreht er dagegen, ist er linksdrehend. Die Fahrt vorwärts heißt dabei Vorausfahrt.
Zwei Dinge sind daran leicht zu übersehen. Erstens beschreibt der Name immer die Drehrichtung voraus. Im Rückwärtsgang läuft derselbe Propeller andersherum, ein rechtsdrehender also gegen den Uhrzeigersinn - er bleibt trotzdem ein rechtsdrehender Propeller. Die Bezeichnung beschreibt ihn über seine Drehrichtung in Vorausfahrt und ändert sich nicht mit dem eingelegten Gang.
Zweitens kommt jeder, der von vorne auf den Propeller schaut, zum gegenteiligen Ergebnis - und vertauscht damit alles, was danach folgt: die Seite, zu der das Heck rückwärts wandert, die Seite, an der du am besten anlegst, und die Richtung, in die du auf der Stelle drehst. Ein einziger falscher Blickwinkel dreht das ganze Manöver spiegelbildlich. Wenn du unsicher bist, hilft ein Bild: von achtern heißt so, wie ein Boot dich sieht, das in deinem Kielwasser folgt.
Woher der Effekt kommt
Ein Propeller schiebt das Wasser nicht in einem geraden Strahl weg. Weil er sich beim Schieben dreht, nimmt er es mit. Hinter der Schraube steht deshalb kein Rohr aus Wasser, sondern eine rotierende Säule, die sich wie ein Korkenzieher um die Wellenachse windet. Sie heißt Schraubenstrahl, und sie ist der Grund für alles Weitere.
Bei Vorausfahrt läuft dieser Strahl nach hinten ins freie Wasser. Vom Boot trifft er dabei nur noch ein Teil: das Ruderblatt, und das ist gewollt. Deshalb kannst du vorwärts lenken, sobald die Maschine läuft, auch wenn das Boot noch steht.
Im Rückwärtsgang dreht sich diese Geometrie um, und das ist der ganze Unterschied. Der Propeller sitzt hinten unter dem Rumpf, und rückwärts bläst er sein Wasser nach vorn - gegen das Unterwasserschiff. Bei einer Wellenanlage zeigt die Welle zusätzlich schräg nach unten, der Strahl trifft also von unten schräg gegen den Rumpf. Und weil er rotiert, kommt er nicht mittig und nicht auf beiden Seiten gleich an: auf der einen Rumpfseite drückt und strömt mehr Wasser als auf der anderen. Diese Unwucht ist eine Querkraft am Heck, und weil sie weit hinten am Boot angreift, dreht sie das ganze Fahrzeug.
Dazu kommt ein zweiter Beitrag am Propeller selbst. Steht die Welle schräg, strömt das Wasser den Blättern oben und unten nicht unter demselben Winkel zu. Das eine beißt kräftiger als das andere, und was übrig bleibt, ist wieder eine Kraft zur Seite.
Warum es rückwärts so viel stärker ist
Drei Dinge kommen zusammen, und alle drei folgen aus derselben Tatsache: der Propeller sitzt am hinteren Ende.
Erstens liegt rückwärts der ganze Rumpf vor dem Strahl, also eine große Fläche, an der er sich stauen und entlangströmen kann. Vorwärts liegt dort offenes Wasser. Zweitens ordnet rückwärts nichts den Strahl - vorwärts fängt das Ruderblatt ihn auf. Und drittens hast du vorwärts das Ruder von der ersten Sekunde an, korrigierst den kleinen Versatz also, ohne darüber nachzudenken. Rückwärts hast du es zunächst nicht.
Wie stark, hängt vom Boot ab
Dass der Effekt bei jedem Boot anders ausfällt, ist kein Widerspruch, sondern folgt direkt aus der Erklärung: es kommt darauf an, wie der Strahl auf diesen Rumpf trifft. Ein schlanker, steiler Rumpf lenkt das Wasser anders ab als ein flacher, runder. Je steiler die Welle nach unten zeigt und je näher der Propeller unter dem Rumpf sitzt, desto deutlicher wird es. Und je weiter der Propeller vom Drehpunkt des Bootes entfernt liegt, desto mehr dreht dieselbe Kraft das Fahrzeug.
Bei manchen Booten ist der Effekt so kräftig, dass sie rückwärts trotz hart gelegtem Ruder einen Bogen zur Gegenseite fahren. Bei anderen merkst du auf kurzer Strecke fast nichts. Wie kräftig es bei deinem Boot ausfällt, zeigt dir der kurze Versuch weiter unten.
Woher der Name kommt
Der Name stammt aus einer alten Vorstellung: der Propeller laufe wie ein Wagenrad mit seinem unteren Rand über den Grund und schiebe das Heck dabei zur Seite. Als Gedächtnisstütze ist das Bild ausgezeichnet, denn es liefert die Richtung zuverlässig - stell dir das Rad vor, das rückwärts über den Grund rollt, und du weißt, wohin das Heck geht. Als Erklärung stimmt es nicht: Die Kraft entsteht am Rumpf und am Propeller, nicht am Gewässergrund. Sie wirkt auch dann, wenn unter dem Kiel dreißig Meter Wasser stehen.
Ein zweiter Irrtum begleitet den Effekt fast immer. Oft liest man, das Ruder greife rückwärts erst spät, weil der Radeffekt einen Unterdruck am Ruderblatt erzeuge. Das ist zweimal daneben. Das Ruder braucht Anströmung, sonst tut es nichts, mit Radeffekt und ohne. Und der Radeffekt entsteht nicht am Ruder. Beides passiert nur im selben Moment: das Heck wandert zur Seite, und das Ruder hat noch keine Strömung. Weil man beides gleichzeitig spürt, wird das eine gern zur Ursache des anderen erklärt.
Anlegen mit rechtsdrehendem Propeller
Die Reihenfolge ist keine Vorschrift, sondern die, in der die Punkte am Steg ineinandergreifen. Wer den ersten Schritt überspringt, plant unter Umständen alles Folgende seitenverkehrt.
-
Drehrichtung klären, bevor du ablegst
Alles Weitere hängt an dieser einen Angabe, und am Steg kannst du sie nicht mehr schnell nachschlagen. Beim eigenen Boot steht sie in den Motorunterlagen, beim Charterboot fragst du an der Basis, im Kurs deinen Ausbilder. Weiß es niemand, klärt es der kurze Versuch aus dem Kasten weiter unten: freies Wasser, Ruder mittschiffs, kurz Rückwärtsgang, schauen, wohin das Heck geht. Das ist schnell gemacht und gilt danach für dieses Boot.
Typischer Fehler: Wer von vorne auf den Propeller schaut, hält einen rechtsdrehenden für einen linksdrehenden und plant das ganze Manöver spiegelbildlich.
-
Backbordseite an den Steg
Mit rechtsdrehendem Propeller wandert das Heck beim Aufstoppen nach Backbord. Du willst den Steg also an Backbord haben, damit diese Bewegung zu ihm hinführt und nicht von ihm weg. Dann erledigt der Radeffekt am Ende genau das letzte Stück Drehung, für das du sonst Ruder und Fahrt bräuchtest. Ist nur die andere Seite frei, legst du dort an, aber es ist ein anderes Manöver: früher und feiner aufstoppen, lieber in mehreren kurzen Stößen als in einem langen, und damit rechnen, dass zwischen Heck und Steg eine Lücke bleibt. Die schließt du mit den Leinen.
Typischer Fehler: Auf der Steuerbordseite wird derselbe Ablauf gefahren wie auf der Backbordseite, gleicher Winkel und gleicher Rückwärtsstoß, und am Ende fehlt der halbe Meter zum Steg.
-
Gegen Strom und Wind anlaufen
Strom und Wind sind beim Anlegen keine Störung, sondern deine Bremse. Läufst du gegen sie an, kommst du langsam über Grund voran und hast trotzdem Fahrt durchs Wasser, also Ruderwirkung. Genau diese Kombination brauchst du, und zum Aufstoppen reicht dann ein kleiner Stoß. Mit dem Strom fehlt die Bremswirkung: du brauchst mehr Rückwärtsschub, und mehr Rückwärtsschub heißt auch mehr Radeffekt, das Heck schwenkt kräftiger als geplant. Kommen Wind und Strom aus verschiedenen Richtungen, richtest du dich nach dem Stärkeren - im Fluss ist das fast immer der Strom, im Hafenbecken oft der Wind.
Typischer Fehler: Angelegt wird mit dem Strom, weil der Liegeplatz aus dieser Richtung bequemer aussieht. Die Bremswirkung fehlt, und es braucht mehr Rückwärtsschub als geplant.
-
Flach anlaufen
Der günstigste Anlaufwinkel ist ein möglichst spitzer, das Boot kommt also fast parallel zum Steg heran. Der Grund ist einfach: je flacher du anläufst, desto weniger musst du am Ende noch drehen, und dieses letzte Stück Drehung ist genau das, was dir der Rückwärtsstoß abnimmt. Läufst du steil an, brauchst du am Ende eine große Drehung, dafür Ruderwirkung, dafür Fahrt - und Fahrt ist das Letzte, was du dicht vor dem Steg willst. Also früh auf den flachen Kurs gehen, dann liegt der Steg über die letzten Meter neben dir statt vor dir.
Typischer Fehler: Der Anlauf ist zu steil, das Boot kommt quer vor dem Steg zum Stehen und wird dann mit Vor- und Rückwärtsschüben mühsam hineingedreht.
-
Mit dem Rückwärtsgang aufstoppen
Hier arbeitet der Radeffekt. Ruder mittschiffs, ein kurzer und eher kräftiger Stoß rückwärts: das Boot bremst, und im selben Moment wandert das Heck nach Backbord, also zum Steg. Ein kurzer, deutlicher Stoß ist besser als langes Schleifen mit halber Kraft, denn die Seitenbewegung setzt sofort ein, und du hast beides schneller hinter dir - das Bremsen und die letzte kleine Drehung. Entscheidend ist der Zeitpunkt: genutzt wird der Radeffekt im Bremsmanöver, nicht in der Anfahrt. Dasselbe passiert, wenn du neben einer Person im Wasser aufstoppst, denn dabei wandert auch der Propeller zur Seite - deshalb gehört der Radeffekt zum Rettungsmanöver.
Typischer Fehler: Aufgestoppt wird zu spät oder zu kraftlos, am Ende bremst die Leine und nicht die Maschine.
-
Leinen festmachen, Maschine aus
Vorleine und Achterleine, dann die Springs, danach Maschine aus. Sobald das Boot fest ist, hat das Manövrieren ein Ende: liegt das Heck noch einen halben Meter ab, holst du es mit der Leine heran und nicht mit einem Schub. Wie An- und Ablegen insgesamt abläuft, steht im Ratgeber zum An- und Ablegen.
Typischer Fehler: Nach dem Festmachen wird mit der Maschine nachkorrigiert, gegen straffe Leinen und mit Schwell für die Nachbarn.
Wenden auf engem Raum
Auf engem Raum zu drehen, im Hafenbecken oder in einem schmalen Fahrwasser, ist das Manöver, in dem du den Radeffekt am deutlichsten arbeiten siehst. Der Kern ist einfach: dreh in die Richtung, in die der Radeffekt ohnehin schiebt.
Mit rechtsdrehendem Propeller ist das über Steuerbord. Ruder hart Steuerbord, ein kurzer kräftiger Stoß voraus: der Schraubenstrahl trifft das gelegte Ruderblatt, der Bug geht nach Steuerbord. Bevor das Boot richtig Fahrt aufnimmt, gehst du in den Leerlauf und gibst einen kurzen Stoß rückwärts. Der bremst die Vorausfahrt und schiebt gleichzeitig das Heck nach Backbord - beides dreht das Boot im selben Sinn weiter. Das Ruder lässt du dabei liegen, rückwärts tut es ohnehin kaum etwas. Dann wieder voraus, wieder rückwärts, bis du auf der Gegenrichtung stehst, ohne nennenswert Strecke gemacht zu haben. Über Backbord geht es auch, kostet aber mehr Platz und mehr Züge, weil der Radeffekt bei jedem Rückwärtsstoß gegenarbeitet.
So wird das Manöver in der praktischen Ausbildung geübt; eine Vorschrift für die Stoßfolge gibt es nicht. In der Prüfung kann es drankommen, Pflicht ist es nicht - was dort verlangt wird, steht im Ratgeber zur praktischen Prüfung.
Auf einer Binnenschifffahrtsstraße ist Wenden zuerst eine Verkehrsfrage. Bevor du wendest, musst du dich vergewissern, dass der übrige Verkehr es ohne Gefahr zulässt. Kein anderes Fahrzeug darf durch dein Manöver gezwungen werden, unvermittelt Kurs oder Geschwindigkeit zu ändern. Wer im gewöhnlichen Begegnungsverkehr wem ausweicht, steht im Ratgeber zu den Ausweichregeln.
Kann dein Manöver ein anderes Fahrzeug dazu zwingen, kündigst du es mit einem Schallsignal an. Wendest du über Steuerbord: einen langen Ton, einen kurzen Ton. Wendest du über Backbord: einen langen Ton, zwei kurze Töne. Dazu kommen die Schilder am Ufer, denn auf manchen Strecken ist das Wenden verboten und auf anderen ausdrücklich empfohlen.
Auf Seeschifffahrtsstraßen gibt es kein eigenes Wendesignal, dafür eine Vorfahrtsregel: wer im Fahrwasser dreht, hat die Vorfahrt der Fahrzeuge zu beachten, die dem Fahrwasserverlauf folgen. Woran du erkennst, wo das Fahrwasser verläuft, steht im Ratgeber zu den Seezeichen.
Welche Kurse es gibt und was sie kosten, steht in der Kurs- und Preisübersicht.
Am Steg und in der Schleuse ist die Maschine kein Korrekturwerkzeug
Sobald das Boot fest ist, hört das Manövrieren auf. Auf Seeschifffahrtsstraßen darfst du die Schraube am festgemachten Boot nur noch probeweise drehen: mit so wenig Kraft wie möglich und erst unmittelbar vor dem Ablegen. Andere Fahrzeuge oder Anlagen darfst du dabei nicht gefährden.
In einer Schleusenkammer ist es strenger. Zwischen Festmachen und Freigabe der Ausfahrt bleiben Maschine und Bugstrahlanlage aus - das ist der Antrieb im Bug, der das Boot seitlich schiebt. Anlassen darfst du beides nur, wenn die Sicherheit es kurzfristig verlangt. Erlaubt bleibt eine Bugstrahlanlage, die mit niedriger Drehzahl und ohne Wechsel der Wirkungsrichtung läuft - vorausgesetzt, sie dient nicht zum Manövrieren und beeinträchtigt niemanden. In der Kammer korrigierst du also mit den Leinen. Wie eine Schleusung abläuft, steht im Ratgeber zur Schleusenfahrt.
Drei Fragen zum Selbsttest
Die Fragen sind im Wortlaut der Prüfung, die Antwortmöglichkeiten in anderer Reihenfolge.
0 von 3 richtig
-
„Wie verhält sich im Allgemeinen das Schiff im Rückwärtsgang bei einem rechtsdrehenden Propeller?“
Nach Backbord, also nach links. Genau daraus folgt die empfohlene Anlegeseite.
-
„Was ist unter der indirekten Ruderwirkung (Radeffekt) des Propellers zu verstehen?“
Das Heck, und seitlich. Der Bug ist die Antwort, auf die die meisten hereinfallen.
-
„Was ist unter einem rechtsdrehenden Propeller zu verstehen?“
Von achtern, also von hinten nach vorn geschaut. Gegen den Uhrzeigersinn wäre linksdrehend.
Häufige Fragen zum Radeffekt
Nein. Empfohlen heißt: wenn du die Wahl hast, nimm diese Seite, dann arbeitet der Radeffekt für dich. Welche Seite an einem konkreten Steg frei ist, entscheidet ohnehin der Platz.
Dann gilt alles spiegelbildlich. Rückwärts wandert das Heck nach Steuerbord, die bequemere Anlegeseite ist Steuerbord, und auf der Stelle drehst du über Backbord. Am Ablauf selbst ändert sich nichts, es tauschen nur die Seiten. Welche Drehrichtung dein Boot hat, findest du mit dem kurzen Stoß rückwärts heraus.
Ja, aber schwach. Mit rechtsdrehendem Propeller wandert das Heck vorwärts nach Steuerbord, mit linksdrehendem nach Backbord. Weil der Schraubenstrahl vorwärts nach hinten ins freie Wasser läuft und dabei das Ruderblatt anströmt, hast du die Korrektur sofort in der Hand - meist gleichst du den Versatz aus, ohne ihn zu bemerken.
Es gibt ihn dort, er fällt aber klein aus. Der Effekt braucht Rumpf vor dem Propeller, gegen den das Wasser drücken kann - und ein Außenborder hängt hinter dem Spiegel, hat davor also kaum etwas. Dazu kommt, dass du bei diesen Antrieben den Schub selbst richtest: beim Aufstoppen am Steg schlägst du in Richtung Steg ein, dann zieht der Rückwärtsschub das Heck dorthin. In den Prüfungsfragen geht es dagegen um das Boot mit starrer Welle und Ruderblatt, wo der Propeller unter dem Rumpf sitzt und der Effekt deutlich ist.
Mit Motor sind das Rettungsmanöver sowie Anlegen und Ablegen Pflicht, auf Seeschifffahrtsstraßen zusätzlich Steuern nach Kompass und Peilen. Wenden auf engem Raum ist keines davon.