Das Wichtigste in Kürze
- Farbe und Form gehören zusammen: Wo die rote Fahrwasserseite eine Tonne ist, ist es eine Stumpftonne mit flachem Deckel, wo die grüne eine Tonne ist, eine Spitztonne. Das gilt auf See und binnen gleichermaßen. Beide Seiten gibt es auch als Leuchttonne oder Stange. Spierentonne und Pricke nennt die Verordnung für die Seeschifffahrt nur bei der roten Seite.
- Was wechselt, ist die Seite: Auf See liegt Rot backbord, wenn du von See einläufst. Auf dem Fluss markiert Rot die rechte Seite in Talfahrtsrichtung, also flussabwärts gesehen.
- In beiden Systemen gehört die Seite zum Fahrwasser, nicht zu deinem Boot. Verschieden ist nur die Bezugsrichtung, auf See ein gedachtes von See einlaufendes Schiff, binnen die Talfahrt.
- Bei Kardinalzeichen zeigen die Kegelspitzen immer zur schwarzen Fläche. Nord schwarz oben und Spitzen oben, Süd schwarz unten und Spitzen unten.
- Zwei schwarze Kegel sind ein Kardinalzeichen, zwei schwarze Bälle eine Einzelgefahr. Wenn sie nachts leuchten, leuchten beide weiß. Unterscheiden musst du sie also nicht an der Lichtfarbe, sondern am Toppzeichen und nachts an der Kennung: Kardinalzeichen funkeln, das Nordzeichen durchgehend und die übrigen drei in Gruppen, die Einzelgefahr zeigt zwei Blitze.
Was Tonnen eigentlich tun, und was ein Fahrwasser ist
Auf See ist das Fahrwasser die Fläche, die diese Zeichen begrenzen oder kennzeichnen. So steht es in der Verordnung für die Seeschifffahrt. Zu den Zeichen gehören nicht nur Tonnen, sondern auch Stangen und Pricken. Im Fahrwasser gelten außerdem eigene Ausweichregeln: Wer dem Fahrwasser folgt, hat Vorfahrt vor allen, die einlaufen, queren, drehen oder ihren Liegeplatz verlassen. Auch vor Segelbooten.
Binnen ist das anders. Dort ist Fahrwasser der Teil, den die durchgehende Schifffahrt nach den örtlichen Umständen tatsächlich benutzt, auch ohne jedes Zeichen. Und eng wird es erst, wenn kein ausreichender Raum zum Vorbeifahren bleibt, nicht schon deshalb, weil Tonnen da sind.
Für dich heißt das: Auf See ist die Tonnenreihe keine Empfehlung, sondern die Grenze, an der sich entscheidet, welche Regeln gelten.
Vier Wörter brauchst du dafür. Eine Stumpftonne ist oben flach, wie eine Dose. Eine Spitztonne läuft nach oben spitz zu, wie ein Kegel. Obendrauf sitzt oft ein Toppzeichen, eine kleine Figur, an der du die Tonne auch im Gegenlicht erkennst.
Und viele Tonnen leuchten nachts. Dieses Licht heißt in der Seemannssprache Feuer - gemeint ist eine Laterne, nicht eine Flamme. Auf den Karten und in den Verordnungen steht deshalb überall „Feuer“, wenn schlicht das Licht der Tonne gemeint ist. Nachts sagt dir zuerst die Farbe des Feuers, welche Seite du vor dir hast. Der Rhythmus kommt dazu und ist bei den Kardinalzeichen sogar das Entscheidende.
Geregelt ist das in zwei getrennten Verordnungen: einer für die Seeschifffahrt, einer für die Binnenschifffahrt. Ein großer Teil der Fehler zu diesem Thema entsteht dadurch, dass beide vermischt werden. Unten stehen sie deshalb getrennt.
Auf See beim Einlaufen: rot nach backbord, grün nach steuerbord
Läufst du von See in ein Fahrwasser ein, bleibt Rot links und Grün rechts. Rot ist dabei die Stumpftonne, Grün die Spitztonne. Toppzeichen sind nicht überall vorgeschrieben; wenn eines da ist, trägt Rot einen Zylinder und Grün einen Kegel mit der Spitze nach oben. Nur Stangen haben immer eines.
Ein Detail, das beim Zählen hilft: Sind die Tonnen beschriftet, tragen die grünen ungerade und die roten gerade Nummern. Gezählt wird von See her oder in einer Richtung, die für dieses Fahrwasser festgelegt ist. Vorgeschrieben ist die Beschriftung allerdings nicht, viele Tonnen tragen keine.
Und nicht jede Fahrwasserseite ist überhaupt eine Tonne. Dieselbe Seite kann eine Stange sein oder, auf der roten Seite im Watt, eine Pricke, ein in den Grund gesteckter Busch. Dann erkennst du die Seite am Besen obendrauf: Besen nach oben gehört zur roten Seite, Besen nach unten zur grünen Stange. Stangen tragen immer ein Toppzeichen, eine Farbe müssen sie nicht haben. Deshalb lohnt es sich, die Formen zu kennen und nicht nur die Farben.
„Von See kommend“ ist nur der erste von drei Sätzen der Regel. Verbindet ein Fahrwasser zwei Meeresteile oder zwei durch Untiefen getrennte Wasserflächen, gibt es kein „von See“. Dann gilt: Steuerbordseite ist die Seite, die du rechts liegen lässt, wenn du aus westlicher Richtung kommst, also von Nord über West bis Süd. Und ist so ein Fahrwasser stark gekrümmt, entscheidet die am weitesten nördlich gelegene Einfahrt für die ganze Strecke.
In der Ostsee und im Wattenmeer kommt dieser Fall häufig vor.
Auf dem Fluss: dieselbe Tonne, andere Bezugsrichtung
Eine Tonne wechselt nie die Seite. Du wechselst die Richtung. Jedes Fahrwasser hat eine festgelegte Richtung, auf die sich „rechts“ und „links“ beziehen. Auf See ist das die Fahrt von See herein, binnen die Talfahrt, also flussabwärts.
- Auf See liegt Rot beim Einlaufen an Backbord, beim Auslaufen an Steuerbord.
- Binnen liegt Rot zu Tal an Steuerbord, zu Berg an Backbord.
Das Zeichenverzeichnis der Binnenverordnung sagt deshalb nicht Backbord und Steuerbord, sondern rechte und linke Seite, jeweils in Talfahrtsrichtung.
Auf einem Kanal gibt es keine Strömung, an der man Talfahrt ablesen könnte. Deshalb legt die Verordnung für jede Wasserstraße einzeln fest, welche Richtung als Bergfahrt gilt. Auf der Müritz-Havel-Wasserstraße ist das zum Beispiel die Richtung zur Müritz.
Kardinalzeichen gibt es binnen übrigens auch, aber die Verordnung sieht sie nur für Seen und seeartige Erweiterungen vor.
See und binnen nebeneinander
| Frage | Auf See | Binnen |
|---|---|---|
| Rote Tonne | Stumpftonne; Toppzeichen, falls vorhanden: roter Zylinder | Stumpftonne; Toppzeichen, falls vorhanden: roter Zylinder |
| Grüne Tonne | Spitztonne; Toppzeichen, falls vorhanden: grüner Kegel | Spitztonne; Toppzeichen, falls vorhanden: grüner Kegel |
| Wo liegt Rot? | backbord beim Einlaufen von See | auf der rechten Seite in Talfahrtsrichtung |
| Bezugsrichtung | ein gedachtes Schiff, das von See einläuft | die Talfahrt, also flussabwärts |
| Ändert die Tonne ihre Bedeutung, wenn du wendest? | nein, nur deine Seite ändert sich | nein, nur deine Seite ändert sich |
| Kardinalzeichen | im ganzen Seegebiet vorgesehen | nur in Seen und seeartigen Erweiterungen |
| Vokabular | Backbord und Steuerbord | rechte und linke Seite |
Tonnen-Trainer: neun Fragen
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Eine rote Stumpftonne mit rotem Zylinder als Toppzeichen. Du läufst von See in ein Fahrwasser ein. Wo lässt du sie?
Rote Stumpftonne: flacher Deckel, roter Zylinder obendrauf. Rot begrenzt beim Einlaufen von See die Backbordseite des Fahrwassers. Sind die Tonnen beschriftet, tragen die roten die geraden Nummern - vorgeschrieben ist eine Beschriftung aber nicht.
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Dieselbe rote Stumpftonne, jetzt auf einem Fluss. Welche Seite der Fahrrinne markiert sie?
Dieselbe Tonne wie eine Frage vorher. Nur die Bezugsrichtung ändert sich, nicht das Zeichen. Binnen ist die Bezugsrichtung die Talfahrt: Rot markiert die rechte Seite, flussabwärts gesehen. Backbord und Steuerbord sind dort keine Begriffe des Zeichenverzeichnisses. Fährst du zu Berg, liegt dieselbe Tonne an deiner Backbordseite. Die Tonne bedeutet trotzdem unverändert dasselbe.
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Eine grüne Spitztonne mit grünem Kegel, Spitze nach oben. Du läufst von See ein. Wo lässt du sie?
Grüne Spitztonne: läuft nach oben spitz zu, grüner Kegel obendrauf. Grün begrenzt die Steuerbordseite des Fahrwassers. Merkhilfe: Die Form verrät die Farbe, denn Spitztonne und Kegel gehören immer zu Grün.
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Schwarz über gelb, darüber zwei schwarze Kegel mit den Spitzen nach oben. Wo liegt das sichere Wasser?
Nordzeichen: schwarz oben, gelb unten, beide Kegelspitzen nach oben. Ein Nordzeichen: nördlich davon ist das Wasser sicher. Die Merkregel gilt für alle vier: Die Kegelspitzen zeigen zur schwarzen Fläche. Oben schwarz, Spitzen oben, also Nord.
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Gelb über schwarz, darüber zwei schwarze Kegel mit den Spitzen nach unten. Was bedeutet das?
Südzeichen: gelb oben, schwarz unten, beide Kegelspitzen nach unten. Schwarz unten, Spitzen unten, also Süd. Führt das Südzeichen ein Feuer, hängt hinter den sechs Funkeln zusätzlich ein langer Blink. Das ist Absicht: So lassen sich sechs Funkel nicht mit den drei des Ostzeichens oder den neun des Westzeichens verwechseln.
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Gelb mit breitem schwarzem Band, darüber zwei schwarze Kegel mit den Spitzen aufeinander zu. Welches Zeichen ist das?
Westzeichen: gelb, schwarzes Band, gelb. Die Kegelspitzen zeigen aufeinander zu. Spitze an Spitze ergibt eine Sanduhr, und das Schwarz sitzt in der Mitte, genau dort, wohin die Spitzen zeigen. Beim Ostzeichen stehen die Kegel dagegen Basis an Basis, und Schwarz sitzt oben und unten.
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Schwarz mit breitem gelbem Band, darüber zwei schwarze Kegel mit den Basen aneinander, die Spitzen zeigen nach außen. Welches Zeichen ist das?
Ostzeichen: schwarz, gelbes Band, schwarz. Die Kegel bilden zusammen eine Raute. Basis an Basis ergibt eine Rautenform, und Schwarz sitzt oben und unten, also dort, wohin die Spitzen zeigen. Damit ist der Kardinalsatz vollständig: Nord und Süd sind zwei Flächen, Ost und West haben ein einzelnes Band.
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Schwarz mit rotem Band, darüber zwei schwarze Bälle. Kardinalzeichen oder nicht?
Einzelgefahr: schwarz mit rotem Band, zwei schwarze Bälle als Toppzeichen. Zwei Bälle statt zwei Kegel. Die Lichtfarbe hilft nicht, die ist bei beiden weiß. Es unterscheidet das Toppzeichen und, wenn beide ein Feuer führen, die Kennung: Kardinalzeichen funkeln, das Nordzeichen durchgehend und die übrigen drei in Gruppen; die Einzelgefahr zeigt zwei Blitze.
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Auf See: Rot und weiß senkrecht gestreift, darüber ein roter Ball. Was sagt dir diese Tonne?
Mittefahrwasser: senkrechte rot-weiße Streifen, ein roter Ball obendrauf. Senkrecht gestreift heißt: Zufahrt von See oder Mitte eines Schifffahrtsweges. Anders als beim Einzelgefahrenzeichen sagt die Verordnung hier ausdrücklich NICHT, dass rundherum tiefes Wasser liegt - verlass dich also nicht darauf. Wichtig außerdem: senkrecht, nicht waagerecht. Rot-weiß waagerecht gestreift ist binnen ein Hindernis an der rechten Seite und damit fast das Gegenteil.
Die Schemazeichnungen folgen den Zeichenverzeichnissen der Verordnungen für die See- und die Binnenschifffahrt; Farben sind dort als Farbwörter festgelegt, nicht als Farbwerte. Die fotorealistischen Abbildungen sind Illustrationen, keine Aufnahmen bestimmter Tonnen.
Drei Verwechslungen, die in der Prüfung Punkte kosten
Drei Paare werden regelmäßig verwechselt. Wer sie auseinanderhält, hat drei Prüfungsfragen sicher.
„Kardinalzeichen blitzen.“ Sie funkeln. Ein Blink ist etwas anderes, nämlich eine Lichterscheinung von mehr als zwei Sekunden Dauer; ein Blitz ist kürzer. Die Prüfung fragt das getrennt ab.
„Alle Kardinalzeichen sind schwarz-gelb gestreift.“ Nur Ost und West haben ein einzelnes Band. Nord ist schwarz über gelb, Süd gelb über schwarz, jeweils zwei Flächen. Wer alle vier als gestreift beschreibt, macht Nord und Süd ununterscheidbar.
„Auch binnen gilt: von See kommend.“ Das führt zufällig zum richtigen Ergebnis, solange ein Fluss ins Meer mündet, und versagt auf jedem Kanal. Binnen zählt die Talfahrt, und auf Kanälen legt die Verordnung die Richtung für jede Wasserstraße einzeln fest.
Häufige Fragen zu Seezeichen
Auf See lässt du beim Einlaufen von See Rot an Backbord und Grün an Steuerbord. Binnen markiert Rot die rechte und Grün die linke Fahrrinnenseite, jeweils in Talfahrtsrichtung.
Meistens an Form und Toppzeichen: Rot ist eine Stumpftonne mit flachem Deckel, Grün läuft spitz zu. Wo ein Toppzeichen vorhanden ist, trägt Rot einen Zylinder und Grün einen Kegel mit der Spitze nach oben. Blind verlassen kannst du dich darauf nicht: Bei Stangen auf See ist das Toppzeichen zwingend, eine Beschriftung bleibt überall freiwillig.
Zwei schwarze Kegel kennzeichnen ein Kardinalzeichen. Ihre Ausrichtung sagt dir, in welcher Richtung das sichere Wasser liegt, und die Spitzen zeigen dabei immer zur schwarzen Fläche.
Zwei Kegel sind ein Kardinalzeichen, zwei Bälle eine Einzelgefahr. Die Einzelgefahr liegt auf der Gefahrenstelle selbst und ist rundherum passierbar. Führen sie ein Feuer, ist es bei beiden weiß. Unterscheiden kannst du sie am Toppzeichen und nachts an der Kennung: Kardinalzeichen funkeln, das Nordzeichen durchgehend und die übrigen drei in Gruppen; die Einzelgefahr zeigt zwei Blitze.
Farbe und Form ja, die Zuordnung nein. Binnen zählt die Talfahrtsrichtung statt der Fahrtrichtung deines Bootes, und Kardinalzeichen gibt es dort nur in Seen und seeartigen Erweiterungen.
Ein Licht mit rasch aufeinanderfolgenden Lichterscheinungen. Bei der genauen Zahl weichen die Quellen ab: Die Verordnung für die Seeschifffahrt nennt 60 Lichterscheinungen pro Minute, der amtliche Fragenkatalog für den Sportbootführerschein See nennt 50 bis 60. In der Prüfung ist 50 bis 60 die richtige Antwort. Das schnelle Funkelfeuer zeigt 100 bis 120. Kardinalzeichen führen Funkelfeuer, keine Blitze.
Ja. Schifffahrtszeichen gehören zum vorgeschriebenen Prüfungsstoff, und die amtlichen Fragenkataloge enthalten eigene Fragen zu Tonnen, Toppzeichen und Feuern.
Wie du das dauerhaft draufhast
Der Trainer oben hat neun Fragen, jede mit dem Zeichen als Zeichnung. Nach der ersten Antwort erscheint dort der Knopf „Trainer neu starten“. Zwei Durchgänge pro Woche bringen mehr als eine Tabelle, die du einmal durchliest.
Was du tust, wenn dir im Fahrwasser jemand entgegenkommt, steht unter Ausweichregeln.
Die Theorie dazu lernst du bei uns online, die Praxis fährst du an einem Standort in deiner Nähe. Auf dem Wasser siehst du die Tonne dann im Gegenlicht, wenn die Farbe noch nicht zu erkennen ist und nur die Form etwas verrät. Der Sportbootführerschein See gilt auf den Seeschifffahrtsstraßen, der Sportbootführerschein Binnen auf den Binnenschifffahrtsstraßen des Bundes. Wer beides fahren will, nimmt den Kombikurs. Welche Kurse es gibt und was sie kosten, siehst du in der Kurs- und Preisübersicht.
Quellen: Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung, Anlage I Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung, Anlage 8 ELWIS, amtlicher Fragenkatalog Sportbootführerschein See Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung, § 2: was ein Fahrwasser ist Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung, § 1.01: Begriffe, darunter Fahrwasser Geprüft am 27. Juli 2026.