Das Wichtigste in Kürze
- Die Bauarten unterscheiden sich in zwei Punkten: wo der Motor sitzt und was das Boot lenkt. Alles andere folgt daraus.
- Kannst du wählen, nimm einen Außenborder oder einen Z-Antrieb: Die Schubrichtung schwenkt mit, das Boot antwortet rückwärts sofort, und eine zu große Korrektur nimmst du genauso sofort zurück. Ein Boot mit starrer Welle und Ruderblatt antwortet erst später.
- Die Gummiteile am Antrieb werden nach Kalender getauscht, nicht nach Aussehen. Gummi härtet von innen aus, und die ersten Risse sitzen in den Falten, wo man sie nur findet, wenn man sie auseinanderzieht. Beim Z-Antrieb ist der wichtigere der beiden Bälge ohne Ausbau des Antriebs überhaupt nicht einsehbar.
- Für die Führerscheinpflicht zählen Motorart und Leistung, nicht die Bauart: Außenborder, Z-Antrieb, Wellenanlage, Saildrive und Jetantrieb kommen in der Sportbootführerscheinverordnung an keiner Stelle vor. Ohne Führerschein fährst du bis 11,03 Kilowatt Nutzleistung der Antriebsmaschine; beim Elektromotor bis 7,5 Kilowatt Dauerleistung. 11,03 Kilowatt sind 15 PS, nicht 15 Kilowatt.
Was einen Antrieb vom anderen unterscheidet
Die Bauarten unterscheiden sich in zwei Punkten, und beide merkst du, sobald du das Boot bewegst: wo der Motor sitzt, und was das Boot lenkt. Beim Außenborder und beim Z-Antrieb schwenkt der Antrieb selbst und richtet den Schub in die Kurve. Bei Wellenanlage und Saildrive sitzt der Propeller fest, und du lenkst mit dem Ruderblatt, einem flachen Blatt unter Wasser hinter dem Propeller.
Die Welle der Wellenanlage läuft schräg nach unten, und das kostet Schub. Der Propeller drückt in Richtung der Welle, also auch ein Stück nach unten, und nur der Anteil in Fahrtrichtung schiebt das Boot voran. Ein Saildrive umgeht das, indem er senkrecht nach unten geht. Ein Jetantrieb umgeht es, indem er das Wasser waagerecht nach hinten ausstößt.
An größeren Motorbooten triffst du eine sechste Bauart, den Pod-Antrieb, in Anzeigen meist als IPS oder Zeus. Er gehört zur ersten Gruppe: eine drehbare Gondel unter dem Rumpf, die den Schub in die Kurve richtet, wieder ohne Ruderblatt. Fürs erste eigene Boot spielt er keine Rolle, in Inseraten für größere Yachten steht er ständig.
Die fünf Antriebe im Vergleich
Außenborder
- Ein kompletter Motor in einem Gehäuse, hinten außen am Boot angeschraubt
- Du lenkst den ganzen Motor mit: wohin er zeigt, dahin schiebt er
- Hochkippbar, und bei kleinen Motoren ganz abnehmbar
Z-Antrieb
- Motor im Boot, hinten außen ein schwenkbares Bein mit dem Propeller
- Du lenkst wie beim Außenborder: das Bein schwenkt mit
- Die Kraft macht dabei zwei rechte Winkel - daher das Z im Namen
Wellenanlage
- Motor im Boot, eine gerade Welle läuft schräg nach unten zum Propeller
- Du lenkst mit dem Ruderblatt, der Propeller selbst steht fest
- Rückwärts wirkt das Ruder erst, wenn Wasser daran vorbeiströmt
Saildrive
- Motor im Boot, darunter ein kurzes senkrechtes Bein durch den Bootsboden
- Du lenkst mit dem Ruderblatt, wie bei der Wellenanlage
- Der senkrechte Weg spart den Schub, den eine schräge Welle kostet
Jetantrieb
- Kein Propeller im Wasser: Eine Pumpe saugt Wasser an und drückt es hinten hinaus
- Du lenkst mit der Düse, sie wirft den Strahl zur Seite
- Unter dem Rumpf steht nichts hervor, Schub gibt es auch im Stand
Der Außenborder
Beim Außenborder gibt es kein Ruderblatt. Was das Boot in die Kurve zwingt, ist die Richtung, in die der Propeller zeigt, zusammen mit dem Strom, den er nach hinten wirft. Steuern und Schub sind damit ein einziger Bedienvorgang: Ohne Schub bleibt kaum Lenkwirkung. Daran bleiben Umsteiger am häufigsten hängen, und beim Z-Antrieb ist es genauso.
Der zweite Unterschied fällt erst auf, wenn man die anderen kennt: Beim Außenborder geht nichts durch den Rumpf. Z-Antrieb, Wellenanlage und Saildrive führen alle drei durch eine Öffnung im Boot, die abgedichtet sein muss. Beim Außenborder gibt es diese Öffnung nicht. Er ist damit der einzige der fünf, bei dem ein müder Gummi kein Wasser ins Boot lässt.
Im Herbst zeigt sich derselbe Unterschied noch einmal. Bei einem Motor im Boot läuft das Kühlwasser durch Leitungen im Rumpf, und die müssen vor dem ersten Frost leer sein oder Frostschutz führen, sonst sprengt das gefrierende Wasser sie auf. Ein Außenborder hängt senkrecht, sein Kühlwasser läuft von allein heraus. Einwintern musst du auch ihn, nur diese eine Sorge hast du nicht.
Der Z-Antrieb
Der Z-Antrieb fährt sich wie ein Außenborder, hat den Motor aber fest im Boot. Das Heck bleibt frei für Badeplattform, Sitzbank oder Stauraum, die Maschine darf größer ausfallen als eine, die außen am Heck hängen müsste, und trimmen kannst du trotzdem. Für die meisten Sportboote dieser Größe ist das der Grund, warum sie einen haben.
Bezahlt wird genau dort, wo innen und außen aufeinandertreffen. Der Antrieb führt durch eine Öffnung im Spiegel, der flachen Wand ganz hinten am Boot, und abgedichtet wird sie mit einem Faltenbalg: einer Gummimanschette in Ziehharmonikaform, die jede Schwenkbewegung mitmacht und das Wasser draußen hält. Hinter ihm liegen das Kreuzgelenk und das Lager, über die die Kraft nach außen geht.
Warum hier ein Datum steht und kein Zustand
Gummi altert unabhängig davon, wie viel du fährst. Sonne und Trockenheit machen ihn spröde, er verliert seine Elastizität, und gebeugt wird er bei jeder Ruderbewegung an derselben Stelle: in den Falten. Dort suchst du Risse also zuerst. Genau dort siehst du die ersten Haarrisse aber nicht, weil sie im zusammengelegten Gummi verschwinden. Sichtbar werden sie erst, wenn du den Antrieb hochtrimmst, die Falten mit den Fingern auseinanderziehst und mit einer Lampe hineinschaust. Das Tastgefühl gehört dazu: hart und spröde ist ein Befund, weich und schwammig auch.
Der wichtigere der beiden Bälge liegt zudem so, dass du ihn ohne Ausbau des Antriebs gar nicht sehen kannst. Ein Balg, der von außen tadellos aussieht, kann innen längst durch sein. Deshalb steht an diesem Teil eine Frist und keine Beurteilung: zwei Jahre, auch ohne Befund. Das ist das kürzeste Tauschintervall auf der ganzen Seite, beim Saildrive sind es sieben Jahre und an der Welle fünf.
Was passiert, wenn der Balg aufgibt, hängt davon ab, welcher es ist. Wasser am Kreuzgelenk und am Lager bedeutet Korrosion und eine teure Reparatur. Wasser durch die Spiegelöffnung bedeutet Wasser im Boot, und zwar unterhalb der Wasserlinie, wo es von allein nicht aufhört.
In der Werkstatt heißen die Teile schlicht „die Bälge“ und werden als Satz getauscht, nicht einzeln. Wer ein gebrauchtes Boot mit Z-Antrieb ansieht, fragt als Erstes, wann das zuletzt passiert ist. Steht im Serviceheft nichts, rechne den Satz in den Kaufpreis ein.
Die Wellenanlage
Zwischen Motor und Propeller sitzt hier eine Stahlstange und sonst nichts. Kein Gelenk, kein schwenkbares Bein, kein Faltenbalg. Sie verlässt den Rumpf durch ein Rohr, das Stevenrohr, und wird kurz vor dem Propeller oft von einer Stütze getragen, dem Wellenbock. Der Motor selbst steht dabei irgendwo mitten im Boot und nimmt dort Platz weg - beim Z-Antrieb sitzt er ganz hinten und lässt das Heck frei. Wer ein Boot besichtigt, sieht diesen Unterschied zuerst.
Abgedichtet wird das Rohr von der Stopfbuchse. Bei der klassischen Bauart ist ein langsames Tropfen dort kein Defekt, sondern Absicht: Das durchsickernde Wasser schmiert die Dichtung. Daneben gibt es neuere Bauarten, die trocken laufen sollen - welche verbaut ist, steht in den Papieren des Bootes.
Dafür lenkt die schräge Welle einen Teil des Schubs nach unten statt nach vorn, und rückwärts antwortet das Boot verzögert. Beides ist kein Mangel, sondern der Preis dafür, dass hier wenig verbaut ist, das kaputtgehen kann. Im Hafen heißt das: Du richtest das Boot aus, bevor es rückwärts läuft, statt unterwegs zu korrigieren.
Der Saildrive
Beim Saildrive wählst du nicht, er gehört zum Boot. Er sitzt fast nur unter Segelbooten, und dort ist der Motor Zubehör und nicht Zweck: Hafen, Flaute, Schleuse. Gefahren wird er wie eine Wellenanlage, mit dem Ruderblatt, nur ohne den Schubverlust der schrägen Welle.
Die eine Stelle, die zählt, ist die Öffnung im Bootsboden. Dort hält eine Gummimanschette das Wasser draußen - Segler sagen meist Manschette oder Membran. Für sie gilt dasselbe wie für den Faltenbalg am Z-Antrieb: getauscht wird nach Jahren, nicht nach Aussehen, weil Gummi von innen aushärtet und die ersten Risse in den Falten sitzen. Der Unterschied ist die Lage. Sie sitzt nicht am Heck, sondern im Bootsboden, deutlich unter der Wasserlinie, und dahinter ist nichts als der Innenraum. Reißt sie, steht das Wasser im Boot, und eine übliche Bilgenpumpe ist dafür nicht ausgelegt. Volvo Penta schreibt sie nach sieben Jahren zum Tausch vor, und diese Frist hält man ein, auch wenn die Manschette beim Kranen wie neu aussieht.
Dazu kommt der Anstrich. Beim Streichen des Unterwasserschiffs, also des Rumpfteils unter der Wasserlinie, darf keine kupferhaltige Farbe auf den Saildrive selbst: Kupfer neben Aluminium hebt den Korrosionsschutz auf, ohne dass man es dem Antrieb ansieht. Für den Antrieb gibt es eine eigene Farbe.
Der Jetantrieb
Rückwärts dreht sich beim Jet nichts um. Eine Umkehrschaufel fällt über den Strahl und lenkt ihn nach vorn. Der Motor läuft weiter, die Pumpe fördert weiter, nur die Richtung des Wassers ändert sich. Was dabei ganz fehlt, ist der Radeffekt: Ohne Propeller im Wasser gibt es keine seitliche Kraft am Heck, die du einrechnen müsstest.
Wie beim Außenborder gilt auch hier: ohne Schub bleibt kaum Lenkwirkung. Beim Jet ist das aber schärfer, weil unter dem Rumpf gar nichts steht, das noch führen könnte. Nimmst du in einer Kurve das Gas weg, verliert das Boot die Steuerwirkung und läuft weitgehend weiter, wohin es gerade zeigt. Das ist die eine Eigenschaft, die man einmal bewusst geübt haben muss, denn sie ist dem Reflex genau entgegengesetzt: um an einem Hindernis vorbeizukommen, brauchst du Gas und nicht Leerlauf.
Dass nichts vorsteht, ist in flachem Wasser und dort, wo Leinen treiben, der Grund für diesen Antrieb - und zugleich sein Preis. Was nicht im Wasser steht, führt das Boot auch nicht, also läuft ein Jetboot bei Fahrt weniger stur geradeaus als eines mit Propeller und Ruderblatt.
Beim Wirkungsgrad kommt es auf die Geschwindigkeit an. Eine Pumpe beschleunigt eine kleinere Wassermenge stärker als ein großer Propeller. Bei langsamer Fahrt bleibt viel dieser Energie im weggeworfenen Wasser stecken, statt das Boot zu schieben - im Hafen arbeitet der Jet also am wenigsten wirtschaftlich. Erst mit steigender Geschwindigkeit dreht sich das Verhältnis, und dazu kommt, dass unter dem Rumpf kein Anbauteil mitgeschleppt wird. Der oft genannte Effizienzvorteil gehört damit zum schnellen Boot und nicht zur Bauart an sich. Wie gut ein Jet arbeitet, hängt außerdem von Einlauf, Pumpe, Impeller und Düse ab, und es gibt Ausführungen, die ausdrücklich für langsame Fahrt ausgelegt sind.
Was der Antrieb im Manöver ändert
Der Propeller versetzt das Heck seitlich, und das ist der Radeffekt: eine Wirkung des Propellers, nicht des Ruders. Ein rechtsdrehender Propeller dreht in Vorausfahrt im Uhrzeigersinn, gesehen von achtern, also mit Blick von hinten nach vorn. Legst du bei so einem Propeller den Rückwärtsgang ein, wandert das Heck nach Backbord, also nach links. Deshalb ist die Backbordseite die empfohlene Anlegeseite: Der Radeffekt zieht das Boot an die Pier. Am Steg hörst du dafür auch das Wort Schokoladenseite - gemeint ist die Bordseite, mit der ein Boot bevorzugt anlegt.
Der Antrieb entscheidet dabei über zwei Dinge: wie stark der Effekt überhaupt ausfällt, und wie schnell du dagegenhalten kannst.
Wie stark. Der Radeffekt entsteht, weil der Propeller im Rückwärtsgang sein Wasser nach vorn gegen den Rumpf drückt und dieses Wasser dabei rotiert. Er braucht also Rumpf vor dem Propeller. Bei einer Wellenanlage sitzt der Propeller unter dem Boot und hat davon reichlich, beim Außenborder hinter dem Spiegel praktisch keinen. Deshalb ist der Effekt bei starrer Welle deutlich und beim Außenborder klein.
Wie schnell du reagieren kannst. Beim Außenborder, der ja kein Ruderblatt hat, kommt die Ruderwirkung aus dem Schraubenstrom, also dem Wasser, das der Propeller nach hinten wirft, und aus der Richtung, in die der Propeller zeigt. Beim Z-Antrieb schwenkt das Bein genauso mit. Bei starrer Welle steht der Propeller fest, und rückwärts kommt die Ruderwirkung erst, wenn Wasser gegen das Ruderblatt strömt. Die seitliche Kraft am Propeller verschwindet bei keinem dieser Antriebe, du kannst ihr nur unterschiedlich schnell gegensteuern. Wie das Manöver Schritt für Schritt abläuft, steht im Ratgeber zum Radeffekt.
Bei einem fremden Boot mit starrer Welle ist die Drehrichtung des Propellers deshalb eine Frage an den Eigner, bevor du zum ersten Mal anlegst.
Welchen Führerschein braucht welcher Antrieb?
Der Antrieb spielt für den Führerschein keine Rolle. Die Sportbootführerscheinverordnung kennt zwei Motorarten, Verbrennungsmotor und Elektromotor, und dazu eine Leistungsgrenze. Eine Zeile über Außenborder, Innenborder, Z-Antrieb, Saildrive oder Jetantrieb gibt es dort nicht. Welcher Schein überhaupt zu dir passt, klärt der Ratgeber Welcher Bootsführerschein ist der Richtige?
Liegt die größte nicht überschreitbare Nutzleistung der Antriebsmaschine bei höchstens 11,03 Kilowatt, darfst du das Sportboot ohne Führerschein führen. Beim Elektromotor sind es höchstens 7,5 Kilowatt in der Betriebsart S1, also im Dauerbetrieb. Beide Grenzen gelten auf den Binnenschifffahrtsstraßen und auf den Seeschifffahrtsstraßen gleich. An dieser Grenze werden zwei Angaben verwechselt:
- 11,03 Kilowatt sind 15 PS. Wer daraus 15 Kilowatt macht, schiebt die Grenze um rund 4 Kilowatt nach oben und fährt dann ohne den nötigen Führerschein.
- Beim Elektroantrieb zählt die Dauerleistung, nicht die PS-Angabe aus dem Prospekt. Ein Motor, der als Ersatz für 20 PS verkauft wird, kann über 7,5 Kilowatt Dauerleistung liegen.
Dieselbe Zahl begegnet dir später noch einmal, nur von der anderen Seite: Ein Boot, auf dem du die praktische Prüfung fährst, muss mehr als 11,03 Kilowatt leisten. Unter dieser Grenze brauchst du keinen Schein; über ihr kommt das Boot als Prüfungsboot überhaupt erst in Frage, muss dafür aber auch die übrigen Anforderungen erfüllen.
Ältere Merksätze mit 5 PS treffen heute nicht mehr zu. Das Kennzeichen ist eine eigene Frage: Leistet die Antriebsmaschine binnen mehr als 2,21 Kilowatt, braucht das Kleinfahrzeug ein amtliches oder amtlich anerkanntes Kennzeichen. Zwischen 2,21 und 11,03 Kilowatt bekommt das Boot also ein Kennzeichen, der Fahrer aber keinen Schein. Auf den Seeschifffahrtsstraßen brauchen nur Wassermotorräder und vermietete Sportboote eine Kennzeichnung.
Auf dem Bodensee gilt eine eigene Ordnung. Dort ist schon ab mehr als 4,4 Kilowatt Maschinenleistung ein eigener Schein nötig, das Schifferpatent. Der Sportbootführerschein wird nur für insgesamt 30 Tage im Kalenderjahr als Schifferpatent anerkannt, und du brauchst dafür eine Bescheinigung der zuständigen Behörde. Auf der Rheinstrecke zwischen Stein am Rhein und Schaffhausen gilt diese Anerkennung nicht. Mehr dazu im Ratgeber zum Bodenseeschifferpatent.
Welches Teil bei welchem Antrieb verschleißt
| Antrieb | Teil | Prüfen | Tauschen |
|---|---|---|---|
| Z-Antrieb | Die beiden Faltenbälge am Übergang zum Antrieb | jährlich oder alle 100 Betriebsstunden | alle zwei Jahre, auch ohne Befund |
| Z-Antrieb | Opferanoden an der Aufhängung im Spiegel und vorn unten am Bein | alle 14 Tage, in sehr salzigem Wasser häufiger | bei einem Drittel Abtrag |
| Z-Antrieb | Getriebeöl | beim Ablassen ansehen: milchig heißt Wasser im Antrieb | alle 100 Betriebsstunden oder jährlich, beim DP-D alle 200 |
| Saildrive | Gummimanschette zwischen Antrieb und Rumpf | mindestens jährlich | alle sieben Jahre, früher bei Defekt |
| Saildrive | Opferanode | alle 200 Betriebsstunden oder jährlich | bei 50 Prozent Materialverlust, mindestens einmal pro Saison |
| Wellenanlage | Dichtung der Propellerwelle | jährlich schmieren | alle 500 Betriebsstunden oder alle fünf Jahre; klassische Stopfbuchsen folgen der Vorgabe ihres Herstellers |
| Wellenanlage | Spiel im Stevenrohr und am Wellenbock | vor der Saison an der Welle wackeln | Lager erneuern, wenn das Spiel zu groß ist |
| Außenborder | Gummiteile, Anoden, Hülle des Seilzugs | vor der Saison auf Risse, Quellungen und Korrosion | nach Betriebsanleitung des Motors |
Antriebspflege: was hält und was kaputt geht
Die teuren Fehler am Antrieb entstehen beim Beurteilen: Ein Teil sieht noch brauchbar aus und bleibt drin, obwohl die Vorgabe längst erreicht ist. Hinter der Hälfte der folgenden Punkte steht dieselbe Physik: Zwei verschiedene Metalle, die im Wasser miteinander in Verbindung stehen, bilden eine kleine Batterie, und das unedlere von beiden löst sich auf. Genau deshalb hängt am Antrieb ein Klotz aus besonders unedlem Metall, die Opferanode. Sie ist das unedelste Teil im ganzen Aufbau und geht kaputt, damit das Aluminiumgehäuse es nicht tut. Ist sie abgetragen, übernimmt das nächstunedlere Teil diese Rolle, und das ist dann der Antrieb selbst. Aus demselben Grund hängt der Anodenwerkstoff am Gewässer: Salzwasser leitet gut, dort arbeitet Zink zuverlässig. Süßwasser leitet schlecht, und Zink überzieht sich darin mit einer Schicht, unter der es aufhört zu arbeiten; Magnesium ist unedler und bleibt aktiv. Eine Zinkanode im Binnensee kann deshalb noch prima aussehen und trotzdem kaum geschützt haben - am Abtrag lässt sich das nicht ablesen.
So hält der Antrieb
- Anode nach Abtrag tauschen: am Z-Antrieb bei einem Drittel, am Saildrive bei der Hälfte
- Anodenwerkstoff nach Gewässer wählen, Zink für Salzwasser, Magnesium für Süßwasser
- Abgelassenes Getriebeöl ansehen, bevor neues hineingeht: milchig heißt Wasser, silbrig oder glitzernd heißt Metallabrieb - zwei verschiedene Schäden
- Faltenbalg nach Kalender tauschen, auch wenn er heil aussieht
- Antrieb nach Salzwasser außen mit Süßwasser abspülen. Beim Außenborder gehört der Kühlkreislauf dazu und nicht nur das Gehäuse; wie das an deinem Motor geht, steht in seiner Betriebsanleitung
- Ölstände von Motor, Getriebe und Antrieb vor dem ersten Start des Tages ansehen
So geht er kaputt
- Anode drinlassen, solange noch etwas übrig ist
- Nach dem Wechsel vom Meer auf einen Binnensee die Anoden für Salzwasser drinlassen
- Den Antrieb in Eigenregie ausbauen, um an den inneren Faltenbalg zu kommen: dafür braucht es Spezialwerkzeug, und der Balg muss mit der richtigen Faltenlage sitzen, sonst dichtet der neue schlechter als der alte
- Beim Saildrive kupferhaltige Farbe auf den Antrieb bringen, wenn das Unterwasserschiff gestrichen wird
Jetski: derselbe Antrieb, dieselbe Leistungsgrenze
Ein Jetski fährt mit demselben Wasserstrahlantrieb, den du oben schon kennst. In den Vorschriften heißt er Wassermotorrad, rechtlich ist er ein Sportboot, und für den Führerschein gilt dieselbe Leistungsgrenze wie beim Motorboot. Weil Serienmodelle deutlich darüber liegen, brauchst du fast immer einen Schein - wegen der Leistung, nicht wegen des Antriebs.
Dazu kommen beim Jetski eigene Regeln, wo und wann du fahren darfst. Sie stehen im Ratgeber zum Jetski-Führerschein.
Welcher Antrieb passt zum ersten eigenen Boot?
Häufige Fragen zu Bootsantrieben
Am Motor selbst. Außenborder tragen die Angabe auf einem Typenschild oder Aufkleber am Gehäuse, Einbaumotoren auf einem Schild am Block. Dieselbe Zahl steht in der Betriebsanleitung und in den Unterlagen des Bootes, bei neueren Booten in der Konformitätserklärung. Achte darauf, dass du die Leistung der Antriebsmaschine liest und nicht eine PS-Vergleichsangabe aus dem Verkaufsprospekt - gerade bei Elektromotoren stehen beide Zahlen nebeneinander und bedeuten Verschiedenes; maßgeblich ist die Dauerleistung in der Betriebsart S1. Fehlt das Schild, weil es abgefallen oder überstrichen ist, nennt der Motorenhändler die Leistung zur Typen- und Seriennummer. Baust du später einen stärkeren Motor an dasselbe Boot, entscheidet dessen Leistung neu über Führerschein und Kennzeichen.
Der äußere der beiden Bälge, der den Auspuff führt, geht bei manchen Antrieben ohne Ausbau heraus und ist dann eine Arbeit für geübte Hände. Für den inneren muss der Antrieb ab, und dafür brauchst du Spezialwerkzeug, Drehmomentangaben und ein Gefühl dafür, wie der neue Balg sitzen muss: die Falten müssen in der richtigen Lage liegen, sonst dichtet er schlechter als der alte. Deshalb gehört diese Arbeit in die Werft, denn das Teil hält Wasser unterhalb der Wasserlinie zurück. Der Nebeneffekt spricht ohnehin dafür: wenn der Antrieb schon ab ist, werden Kreuzgelenk und Lager gleich mitgeprüft, und die sieht man sonst nie. Getauscht werden meist beide Bälge zusammen, weil der Weg dorthin den größeren Teil der Arbeit ausmacht.
Milchig heißt Wasser im Öl. Die Emulsion schmiert schlechter, kühlt schlechter und schützt nicht mehr vor Korrosion, also fährst du damit nicht weiter und lässt sie auch nicht über den Winter drin - gefrierendes Wasser sprengt das Gehäuse. Die häufigste Ursache sind verschlissene oder beschädigte Wellendichtringe an der Propellerwelle. Nimm bei der Gelegenheit den Propeller ab und sieh dahinter: ein Knäuel Angelschnur, das sich um die Welle gewickelt hat und in die Dichtung schneidet, ist ein häufiger Befund. Dichtringe erneuern, Öl wechseln, und die Werft kann das Unterwasserteil anschließend abdrücken, um zu prüfen, ob es wirklich dicht ist. Zwei Dinge dabei nicht verwechseln: milchig heißt Wasser, silbrig oder glitzernd heißt Metallabrieb - das Zweite ist ein Getriebeschaden und kein Dichtungsproblem.