Neun Knoten, und du kommst überall fest

Was jeder Knoten hält, wann du ihn brauchst und wie Knoten in der Prüfung zum Sportbootführerschein abgefragt werden. Jeder Knoten Schritt für Schritt, mit den Zeichnungen aus unserem Knotentrainer.

Übersicht

Die neun Knoten im Überblick

Springe direkt zum Knoten, den du brauchst. Wo es schon eine ausführliche Anleitung gibt, führt die Karte dorthin.

Die Knoten im Einzelnen

Was jeder Knoten kann - und wo er versagt

Bei jedem Knoten steht, wofür du ihn nimmst, wo er typischerweise schiefgeht, wie schwer er ist und wie viele Schritte er hat. Die Schwierigkeit ist unsere eigene Einschätzung aus der Ausbildungspraxis, keine genormte Messung.

Palstek, fertig gebunden
01

Festes Auge

Palstek

Mit dem Palstek erzeugst du eine feste Schlaufe, die sich auch unter Belastung nicht zuzieht. Das macht ihn zum wichtigsten Knoten an Bord: Er hält bombenfest, lässt sich nach dem Entlasten aber wieder öffnen.

Du nimmst ihn zum Festmachen an Ringen und zur Rettung einer Person über Bord, weil sich die Schlaufe nicht zusammenzieht.

Die Falle: Bei wechselnder Last und schlaffer Leine kann er sich öffnen. Lass das lose Ende mindestens 10 bis 15 Zentimeter stehen.

Schwierigkeit 2/5 7 Schritte
Palstek binden: alle Schritte →
Klampe belegen, fertig gebunden
02

Festmacher belegen

Klampe belegen

Das Belegen einer Klampe mit Kopfschlag ist die Grundlage, um das Boot sicher am Steg festzumachen. Die Leine läuft zuerst einmal vollständig um die Basis der Klampe.

Danach folgen kreuzförmige Schläge wie eine Acht über die Hörner. Zum Schluss kippst du eine Bucht und legst sie als Kopfschlag über das Horn.

Die Falle: Zu viele Kreuzschläge machen den Knoten nicht sicherer, sondern nur schwer zu lösen, wenn Zug auf der Leine steht.

Schwierigkeit 2/5 7 Schritte
Klampe belegen binden: alle Schritte →
Webleinstek, fertig gebunden
03

Schlag um eine Stange

Webleinstek

Der Webleinstek befestigt eine Leine an einer Stange, einer Reling oder einem Fender und gehört nach unserer Erfahrung aus der Ausbildung zu den Knoten, die im Bootsalltag am häufigsten gebraucht werden. Die Leine läuft einmal komplett um die Stange, wird gekreuzt und ein weiteres Mal in dieselbe Richtung herumgeführt.

Es gibt ihn auch auf Slip: Statt das Ende durchzustecken, ziehst du eine Bucht durch die Wicklung. Der Knoten hält dann unter Last und lässt sich mit einem Zug wieder lösen - gut für alles, was nur kurz halten soll.

Die Falle: Er hält nur bei gleichmäßigem Zug. Ruckelt die Leine oder dreht sich die Stange, kann er wandern - dann sichert ihn ein halber Schlag.

Schwierigkeit 1/5 5 Schritte
Webleinstek binden: alle Schritte →
Kreuzknoten, fertig gebunden
04

Zwei gleich dicke Leinen

Kreuzknoten

Der Kreuzknoten verbindet zwei Leinen gleicher Stärke zu einem symmetrischen Doppelknoten. Du hältst ein Ende in jeder Hand, rechtes Ende oben, knüpfst wie bei einer Schleife und wiederholst den Knoten - wobei das obere Ende oben bleiben muss.

Zum Schluss liegen beide offenen Enden auf derselben Seite. Daran erkennst du, dass er richtig sitzt.

Die Falle: Liegen die Enden falsch, entsteht ein Altweiberknoten, der unter Zug aufgeht. Diesen Fehler sehen wir in der Ausbildung am häufigsten.

Schwierigkeit 1/5 5 Schritte
Kreuzknoten binden: alle Schritte →
Einfacher Schotstek, fertig gebunden
05

Leinen unterschiedlicher Dicke

Einfacher Schotstek

Der einfache Schotstek verbindet zwei Leinen mit unterschiedlichem Durchmesser. Die dickere Leine bildet eine Bucht, die dünnere kommt von unten durch, läuft einmal um die Bucht herum und wird unter sich selbst hindurchgesteckt.

Er ist schnell geknüpft, hält unter Belastung und lässt sich danach leicht wieder lösen.

Die Falle: Nur für moderate Lasten. Weichen die Durchmesser stark ab oder hängt etwas Wichtiges daran, gehört dort der doppelte Schotstek hin.

Schwierigkeit 2/5 4 Schritte
Einfacher Schotstek binden: alle Schritte →
Doppelter Schotstek, fertig gebunden
06

Eine Wicklung mehr

Doppelter Schotstek

Der doppelte Schotstek verbindet zwei ungleich dicke Leinen genauso wie der einfache. Der Unterschied liegt in einem Detail: Die dünne Leine wird zweimal um die Bucht der dickeren gewickelt, bevor sie unter sich selbst hindurchgeht.

Die zweite Wicklung gibt der dünnen Leine mehr Reibungsweg. Daran entscheidet sich, ob sie durchrutscht, wenn die Durchmesser weit auseinanderliegen oder das Material glatt ist.

Die Falle: Die zweite Wicklung muss neben der ersten liegen, nicht darüber. Sonst rutscht die dünne Leine unter Last durch.

Schwierigkeit 2/5 7 Schritte
Doppelter Schotstek binden: alle Schritte →
Achtknoten, fertig gebunden
07

Stopper am Leinenende

Achtknoten

Der Achtknoten verhindert, dass eine Leine aus ihrer Halterung rutscht. Er verdickt das Ende so weit, dass es nicht mehr durch Block oder Öse passt - in der Fachsprache: die Leine rauscht nicht.

Du biegst eine kleine Schlaufe, führst das kurze Ende über das lange und darunter hindurch und steckst es von vorne durch die Schlaufe. Festgezogen sieht er aus wie eine Acht.

Die Falle: Wird er auf halber Leine statt am Ende gesetzt, blockiert er im Block. Er gehört ans Ende, nicht in die Mitte.

Schwierigkeit 1/5 5 Schritte
Achtknoten binden: alle Schritte →
Anderthalb Rundtörn mit zwei halben Schlägen, fertig gebunden
08

Zugentlastetes Festmachen

Anderthalb Rundtörn mit zwei halben Schlägen

Anderthalb Rundtörn mit zwei halben Schlägen ist der Knoten zum Festmachen an Ringen und Stangen. Die Leine läuft anderthalb Mal um die Stange - dieser Umlauf nimmt den Zug auf, bevor der Knoten selbst belastet wird.

Danach folgen zwei halbe Schläge: loses Ende über das feste legen, von unten durch die entstandene Bucht, und das Ganze ein zweites Mal.

Die Falle: Beide halben Schläge müssen in dieselbe Richtung liegen. Gegenläufig gelegt bilden sie keinen sauberen Knoten und rutschen.

Schwierigkeit 3/5 8 Schritte
Anderthalb Rundtörn mit zwei halben Schlägen binden: alle Schritte →
Stopperstek, fertig gebunden
09

Klemmt auf einer Leine

Stopperstek

Der Stopperstek befestigt eine dünne Leine an einer dickeren Leine oder an einer Stange. Sein Kennzeichen: Er lässt sich nur in eine Richtung verschieben und klemmt in die andere.

Deshalb ist er der Knoten für Fender - du kannst die Höhe verstellen, ohne neu zu knüpfen, und unter Zug hält er trotzdem.

Die Falle: Beim letzten Durchgang muss die Leine auf der gegenüberliegenden Seite herauskommen. Sonst klemmt der Knoten in keiner Richtung.

Schwierigkeit 3/5 8 Schritte
Stopperstek binden: alle Schritte →

Prüfung

Knoten in der Prüfung

Neun Knoten kommen infrage, sieben davon sind in der praktischen Prüfung dran, und sechs müssen sitzen. Kein einzelner Knoten ist damit Pflicht - bestehen kannst du auch, ohne einen bestimmten gezeigt zu haben. Legen allein reicht nicht, du musst zu jedem Knoten auch sagen können, wofür er an Bord gut ist.

Zwischen See und Binnen gibt es bei den Knoten keinen Unterschied. Einzelne andere Aufgaben der praktischen Prüfung gelten ausdrücklich nur für den Seeschein, das Steuern nach Kompass zum Beispiel. Bei keinem der neun Knoten ist das so.

In der Theorieprüfung kommen Knoten nicht vor. In den Fragenkatalogen für See und für Binnen taucht keiner der neun Namen auf.

Unsere neun Knoten und die neun offiziellen Einträge decken sich nicht ganz. Einfacher und doppelter Schotstek stehen dort zusammen in einem Eintrag, bei uns hat jeder seinen eigenen Abschnitt. Den Webleinstek auf Slip führen wir nicht als eigenen Knoten, sondern als Variante beim Webleinstek.

Die Knoten dieser Seite, ihr offizieller Name und wofür sie an Bord gebraucht werden.
Bei uns Offizieller Name Wofür an Bord
Palstek identisch Das Auge, das unter Last nicht zuzieht und sich danach wieder öffnen lässt.
Klampe belegen Belegen einer Klampe mit Kopfschlag Kreuzschläge und Kopfschlag, damit der Festmacher hält und sich nicht verklemmt.
Webleinstek identisch Der schnelle Schlag um Stange, Reling oder Fender.
Kreuzknoten identisch Verbindet zwei gleich dicke Leinen, symmetrisch und zuverlässig.
Einfacher Schotstek Einfacher oder doppelter Schotstek Verbindet zwei unterschiedlich dicke Leinen bei moderater Last.
Doppelter Schotstek Einfacher oder doppelter Schotstek Wie der einfache, mit einer zweiten Wicklung gegen Durchrutschen.
Achtknoten identisch Verdickt das Leinenende, damit es nicht durchrutscht.
Anderthalb Rundtörn mit zwei halben Schlägen Rundtörn mit zwei halben Schlägen Nimmt den Zug von den Schlägen und hält an Ring oder Stange.
Stopperstek identisch Befestigt eine dünne Leine auf einer dicken und lässt sich ohne Last verschieben.

Lernen

In welcher Reihenfolge lernst du die Knoten?

1

Zuerst: Palstek und Achtknoten

Der Palstek ist der Knoten, den du blind können musst, der Achtknoten einer der einfachsten. Mit diesen beiden kannst du ein festes Auge legen und ein Leinenende gegen Durchrutschen sichern.

2

Dann: Klampe, Webleinstek, Kreuzknoten

Festmachen und verbinden. Ab hier kannst du ein Boot allein an den Steg legen und zwei Leinen sicher zusammenknoten.

3

Zuletzt: Schotstek, Rundtörn, Stopperstek

Diese drei sind die Spezialisten für ungleiche Leinen, zugentlastetes Festmachen und Fender. Sitzen die ersten fünf, gehen sie schnell dazu.

Übe lieber jeden Tag kurz als einmal lang. Die Handgriffe sind motorisch, sie festigen sich durch Wiederholung. Zum Üben reicht ein zwei Meter langes Stück Leine von 8 bis 10 Millimetern Durchmesser und ein Treppengeländer als Stange.

Häufige Fragen

Fragen zu Knoten an Bord

Es sind neun, von denen in der praktischen Prüfung sieben verlangt werden und sechs sitzen müssen. Für den SBF See und den SBF Binnen gelten dieselben neun, und kein einzelner Knoten ist Pflicht. Wer den SBF Binnen mit Antriebsmaschine schon hat und den See dazunimmt, zeigt gar keine Knoten mehr - dann bleiben nur die Pflichtmanöver.

Der Palstek. Er legt eine feste Schlaufe, die sich unter Last nicht zuzieht und sich danach trotzdem wieder öffnen lässt. Deshalb heißt er König der Knoten.

Das ist von Person zu Person verschieden, deshalb nennen wir hier keine Zahl. Was sich in der Ausbildung zeigt: kurze, regelmäßige Einheiten bringen mehr als eine lange Sitzung, weil die Handgriffe motorisch sind und sich durch Wiederholung festigen. Ein Knoten gilt als sicher, wenn du ihn ohne Hinsehen und ohne Nachdenken bindest.

Ein Stek verbindet eine Leine mit etwas anderem - mit einer Stange wie beim Webleinstek oder mit einer zweiten Leine wie beim Schotstek. Einen Knoten im engeren Sinn schlägst du dagegen in eine einzelne Leine, zum Beispiel den Achtknoten.

Beide Schreibweisen bezeichnen denselben Knoten. Webleinenstek leitet sich direkt von der Webleine ab, den Trittsprossen in der Takelage; Webleinstek ist die verkürzte Form davon.

Knoten üben, bis sie sitzen

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Knoten sind der Anfang

Wer sie sicher bindet, hat einen kleinen Teil vom Sportbootführerschein in der Hand. Den Rest lernst du bei BSX online im eigenen Tempo und übst ihn danach mit einem Ausbilder auf dem Wasser.

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