Verbinden

Kreuzknoten binden für den SBF

Zwei gleich dicke Leinen, zweimal derselbe Handgriff, und am Ende liegen beide Enden auf derselben Seite. Daran erkennst du ihn, und daran hängt, ob er hält.

Schwierigkeit 1/5 5 Schritte
Fertiger Kreuzknoten, aus jeder Seite laufen kurzes Ende und langes Part nebeneinander heraus
Zwei gleich dicke Leinen mit einem Kreuzknoten verbunden, auf nassem Teakdeck

Seine eine Aufgabe

Leine an Leine, sonst nichts

Er verbindet das Ende der einen Leine mit dem Ende der anderen. Genau dafür ist er gebaut. Beide sollen dabei gleich stark sein - das gehört zu seiner Aufgabe dazu.

Der Knoten ist symmetrisch. Jede Leine legt sich genauso um die andere, und weil beide dasselbe tun, klemmen sie sich gegenseitig fest. Ist eine Seite deutlich dünner als die andere, ist die Symmetrie dahin. Und damit fehlt genau das, was ihn hält.

Eine Leine an etwas festmachen ist dagegen nicht seine Sache. Er hängt nichts an einen Ring, an eine Stange oder an eine Klampe, er bringt Leine und Leine zusammen.

Dafür kannst du ihn ablesen. Ein fertig gezogener Kreuzknoten liegt flach, und aus jeder Seite kommt ein Paar heraus. Hast du das einmal gesehen, erkennst du ihn im Vorbeigehen. Kennst du es nicht, kannst du auch nicht merken, dass du gerade etwas anderes gebunden hast.

So entsteht er

Zweimal derselbe Handgriff

Die eine Leine kommt von links, die andere von rechts - auf jeder Zeichnung gleich. Von Bild zu Bild bewegen sich nur die kurzen Enden, die langen Parts liegen still.

  1. Zwei gleich dicke Leinen kreuzen sich einmal in der Mitte, beide Enden liegen frei
    01

    Die Enden kreuzen

    Nimm in jede Hand ein Ende und leg das rechte über das linke. Mehr passiert hier noch nicht - die Leinen kreuzen sich einmal, und nichts daran hält.

  2. Die Enden sind einmal umeinander geführt, die Kreuzung liegt lose in der Mitte
    02

    Einmal herumführen

    Führe das obere Ende um das untere herum und wieder heraus, wie beim ersten Griff einer Schleife. Danach liegt das Ende oben, das eben noch unten lag. Merk dir, welches das ist - daran hängt der vorletzte Schritt.

  3. Die erste Kreuzung ist zusammengeschoben, beide Enden stehen nach oben
    03

    Zusammenschieben

    Zieh die Kreuzung so weit zusammen, dass sie ihre Form behält. Beide Enden stehen jetzt nach oben, die langen Parts laufen nach links und nach rechts davon. Fest ziehst du hier noch nicht.

  4. Die Enden kreuzen sich ein weiteres Mal über der ersten Kreuzung
    04

    Dasselbe noch einmal

    Jetzt kommt derselbe Griff noch einmal, mit denselben Enden. Dabei gilt die eine Regel, an der alles hängt: Das Ende, das oben liegt, bleibt oben. Kreuze es wieder über das andere und führe es genauso herum wie beim ersten Mal.

  5. Fertig gezogener Kreuzknoten, je Leine laufen Ende und langes Part auf derselben Seite heraus
    05

    Festziehen

    Zum Schluss ziehst du an beiden Seiten, bis alles dicht aneinander liegt. Aus jeder Seite kommen dann zwei Parts nebeneinander heraus, das kurze Ende und das lange Part derselben Leine. Liegen sie so, sitzt er.

Die Kontrolle

Richtig gelegt oder Altweiberknoten

Die beiden sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Sie unterscheiden sich in genau einer Sache - ob die zweite Kreuzung dieselbe Richtung hat wie die erste.

Am fertigen Knoten liest du es an den Enden ab. Liegen kurzes Ende und langes Part derselben Leine nebeneinander auf derselben Seite, stimmt er. Zeigt auf einer Seite ein Ende nach oben und das andere nach unten, ist es der andere.

Und dieser Unterschied ist keine Formsache. Liegen die Enden falsch, entsteht ein Altweiberknoten, der unter Zug aufgeht. Diesen Fehler sehen wir in der Ausbildung am häufigsten.

Die Regel beim Legen ist kurz. Beim ersten Mal geht das rechte Ende über das linke. Und beim zweiten Mal geht das Ende darüber, das nach dem ersten Griff oben liegt - das ist das andere. Aus dieser Umkehr entsteht die Symmetrie, an der du ihn hinterher erkennst.

Liegt er trotzdem falsch, hilft kein Nachziehen. Ziehen macht einen falsch gelegten Knoten nur fester, nicht richtiger. Du nimmst ihn wieder auseinander und legst ihn neu. Das kostet genau die paar Sekunden, die er ohnehin braucht.

Deshalb lohnt der Blick nach dem Festziehen mehr als jede Eselsbrücke davor. Beim Legen fühlen sich beide Wege gleich an. Am Ende zählt nicht, wie du gedacht hast, sondern was daliegt.

Die Grenze

Wofür er nicht taugt

Er ist für einen Fall gebaut, und der ist eng. Drei Aufgaben liegen so nah daneben, dass sie leicht bei ihm landen - und keine davon gehört ihm.

Ungleich dicke Leinen. Sein Halt beruht darauf, dass beide Seiten gleich stark sind und sich gegenseitig klemmen. Fehlt das, fehlt die Grundlage. Für unterschiedliche Durchmesser gibt es den einfachen und den doppelten Schotstek.

Etwas festmachen. Er bringt Leine an Leine, nicht Leine an Ring, Stange oder Klampe. Dafür gibt es eigene Knoten, vom Palstek über den Rundtörn bis zum Belegen einer Klampe mit Kopfschlag.

Eine Last, nach der niemand mehr sieht. Ob er richtig liegt, siehst du ihm an - aber eben nur, wenn jemand hinsieht. Falsch gelegt hält er, bis Zug daraufkommt. Wo eine Verbindung tragen soll, ohne dass noch einmal jemand hinschaut, ist das die falsche Bedingung.

Das ist keine Warnung vor ihm, sondern seine Beschreibung. Ein Knoten mit genau einer Aufgabe ist für diese Aufgabe gut. Du musst sie nur kennen. Beim Üben lernst du beides mit, den Griff und die Stelle, an die er gehört.

Prüfung

Knoten in der Prüfung

Neun Knoten kommen infrage, sieben davon sind in der praktischen Prüfung dran, und sechs müssen sitzen. Kein einzelner Knoten ist damit Pflicht - bestehen kannst du auch, ohne einen bestimmten gezeigt zu haben. Legen allein reicht nicht, du musst zu jedem Knoten auch sagen können, wofür er an Bord gut ist.

Zwischen See und Binnen gibt es bei den Knoten keinen Unterschied. Einzelne andere Aufgaben der praktischen Prüfung gelten ausdrücklich nur für den Seeschein, das Steuern nach Kompass zum Beispiel. Bei keinem der neun Knoten ist das so.

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Häufige Fragen

Fragen zum Kreuzknoten

Daran, dass aus jeder Seite das kurze Ende und das lange Part derselben Leine nebeneinander herauskommen. Steht auf einer Seite ein Ende nach oben ab und das andere nach unten, hast du den Altweiberknoten vor dir.

Dadurch, dass beim zweiten Griff das falsche Ende obenauf geht. Oben bleiben muss das, was nach dem ersten Griff oben liegt - nimmst du stattdessen das andere, hast du ihn. Beim Legen fühlt sich das genauso an, deshalb passiert es auch dem, der den Handgriff kennt. Zu sehen ist es erst am fertigen Knoten, an der Lage der Enden.

Der Name ist derselbe, das Handwerk ein anderes. Im Makramee und in der Handarbeit heißt derselbe Knoten genauso, ohne jeden Bezug zum Boot. Gemeint ist hier der Knoten, mit dem du an Bord Leine mit Leine verbindest.

Den Schotstek. Er ist für genau diesen Fall gemacht. Es gibt ihn einfach und doppelt - beim doppelten läuft die dünne Leine ein zweites Mal um die Bucht und rutscht auch bei größeren Unterschieden nicht durch.

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