Verbinden
Schotstek binden, einfach und doppelt
Zwei unterschiedlich dicke Leinen lassen sich nicht symmetrisch verbinden. Der Schotstek löst das anders herum: die dickere bildet eine Bucht und hält still, die dünnere macht die Arbeit.
Dünn gegen dick
Warum ungleiche Leinen einen eigenen Knoten brauchen
Eine symmetrische Verbindung funktioniert nur, wenn beide Seiten dasselbe leisten. Sobald eine Leine deutlich dünner ist als die andere, ist diese Voraussetzung weg und mit ihr der Halt.
Bei einer symmetrischen Verbindung klemmen sich beide Seiten gegenseitig fest, und dafür müssen sie ungefähr gleich stark sein. Ist die eine dünn und die andere dick, drückt die dünne in die dicke hinein, statt sie zu klemmen. Halt gibt dann nur noch Reibung an einer viel zu kleinen Fläche.
Der Schotstek verteilt die Arbeit deshalb ungleich. Die dicke Leine wird nur zurückgebogen und liegt still, sie ist die Unterlage. Dagegen läuft die dünne um diese Bucht herum und wird zuletzt unter ihr eigenes Part geschoben, wo der Zug sie festklemmt.
An den Strichstärken der Zeichnungen siehst du das. In allen elf Bildern dieser Seite kommt die dicke Leine von links und rührt sich nicht. Bewegt wird ausschließlich das Ende der dünnen. Wie oft es dabei um die Bucht läuft, ist der ganze Unterschied zwischen den beiden Varianten.
Wer den einen legen kann, kann den anderen fast auch, ihm fehlt eine einzige Bewegung. Wann du diese Bewegung brauchst, ist die Frage, um die es auf dieser Seite eigentlich geht.
Die erste Variante
Einfacher Schotstek in vier Schritten
Die dicke Leine kommt auf allen vier Zeichnungen von links und ist zur Bucht zurückgebogen. Von Bild zu Bild bewegt sich allein das Ende der dünnen Leine.
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01Bucht in die dicke Leine
Bieg die dicke Leine zurück, bis ein längliches Auge entsteht, und steck das Ende der dünnen von unten hindurch. Lose liegt es in diesem Auge und zeigt schräg nach unten, so wie im ersten Bild. Gehalten wird hier noch gar nichts.
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02Weit genug durchziehen
Zieh das dünne Ende so weit durch, dass du damit arbeiten kannst. Unter dem unteren Part der Bucht läuft es nach links heraus und liegt frei. Wie weit du ziehst, entscheidet nur darüber, wie viel Ende am Schluss übrig bleibt.
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03Einmal um die Bucht
Führ das Ende hinter der Bucht herum, unter beiden Parts hindurch und auf der anderen Seite wieder nach oben. Jetzt liegt es oben auf und zeigt zurück ins Auge, so wie im dritten Bild. Damit ist die Wicklung geschlossen, geklemmt ist immer noch nichts.
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04Unter sich selbst hindurch
Zum Schluss schiebst du das Ende unter sein eigenes Part, das aus dem Auge kommt, und ziehst an beiden Leinen. Es steht dann unten heraus, auf derselben Seite wie das lange Part der dünnen Leine. Liegt es dort, sitzt der Stek.
Der Unterschied
Der doppelte Schotstek, eine Wicklung mehr
Bis zur dritten Zeichnung ist der doppelte Schotstek derselbe Knoten wie der einfache. Was danach kommt, ist keine neue Technik, sondern dieselbe Bewegung ein zweites Mal.
Die letzte Zeichnung oben zeigt den Moment, in dem der einfache Schotstek fertig wird. Genau davor setzt der doppelte an. Bis zum Bild darüber ist alles gleich: Bucht in der dicken Leine, dünnes Ende hindurch, einmal herum, Ende oben auf. Statt jetzt durchzustechen, geht das Ende noch einmal herum, und erst danach kommt derselbe letzte Handgriff wie oben.
Was diese Wicklung bringt, ist Fläche. Beim einfachen liegt ein Strang auf der Bucht, beim doppelten sind es zwei nebeneinander. Die dünne Leine liegt dadurch länger auf der dicken an, statt an einer schmalen Stelle zu ziehen. Deshalb ist er die Variante gegen Durchrutschen und nicht die schwierigere.
Du musst dir also nicht zwei Handgriffe merken, sondern einen mit zwei Ausbaustufen. Welche davon du nimmst, hängt nicht von deinem Können ab, sondern von den Leinen, die vor dir liegen.
Die zweite Variante
Doppelter Schotstek in sieben Schritten
Dieselbe Ausgangslage, dieselben ersten drei Bewegungen. Ab dem vierten Bild legt das dünne Ende eine zweite Runde um die Bucht, bevor es unter sich selbst verschwindet.
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Die Schritte liegen nebeneinander und lassen sich seitlich durchblättern.
Die Wahl
Welchen von beiden du nimmst
Über die Wahl entscheidet nicht dein Können, sondern die Leinen vor dir. Zwei Dinge zählen - wie weit die Durchmesser auseinanderliegen und wie viel an der Verbindung hängt.
Der einfache
Für Durchmesser, die nicht weit auseinanderliegen, und für überschaubare Lasten. Er ist in Sekunden gelegt, hält, was du ihm zumutest, und geht danach ohne Werkzeug wieder auf.
Wo er aufhört: Nur für moderate Lasten. Weichen die Durchmesser stark ab oder hängt etwas Wichtiges daran, gehört dort der doppelte Schotstek hin.
Der doppelte
Für große Unterschiede im Durchmesser und für alles, was nicht aufgehen soll. Eine Bewegung mehr, und du nimmst dem einfachen genau die Schwäche, die er hat.
Nur eine Bedingung: Die zweite Wicklung muss neben der ersten liegen, nicht darüber. Sonst rutscht die dünne Leine unter Last durch.
Wenn du unsicher bist, nimm den doppelten. Er sichert die dünne Leine ein zweites Mal gegen Durchrutschen und kostet dich einen Handgriff länger. Ob der einfache an dieser Stelle reicht, sieht man den Leinen selten an. Beim Üben ist das ohnehin der bessere Weg herum, weil der einfache darin komplett enthalten ist.
Und wofür keiner von beiden gemacht ist, dafür gibt es andere Knoten. Gleich dicke Leinen verbindet der Kreuzknoten symmetrisch und ohne Umweg. Soll eine dünne Leine auf einer dicken sitzen und sich verschieben lassen, ist das ein Fall für den Stopperstek. Brauchst du statt einer Verbindung ein festes Auge, nimm den Palstek. Alle drei findest du unten in der Reihe.
Prüfung
Knoten in der Prüfung
Neun Knoten kommen infrage, sieben davon sind in der praktischen Prüfung dran, und sechs müssen sitzen. Kein einzelner Knoten ist damit Pflicht - bestehen kannst du auch, ohne einen bestimmten gezeigt zu haben. Legen allein reicht nicht, du musst zu jedem Knoten auch sagen können, wofür er an Bord gut ist.
Zwischen See und Binnen gibt es bei den Knoten keinen Unterschied. Einzelne andere Aufgaben der praktischen Prüfung gelten ausdrücklich nur für den Seeschein, das Steuern nach Kompass zum Beispiel. Bei keinem der neun Knoten ist das so.
Alle Knoten im ÜberblickHäufige Fragen
Fragen zum Schotstek
Eine Wicklung. Beim doppelten umrundet die dünne Leine die Bucht der dicken zweimal, bevor sie unter sich selbst hindurchgeht. Alles davor ist derselbe Handgriff, und deshalb stehen beide auf dieser Seite.
Wenn die Durchmesser stark auseinanderliegen oder etwas daran hängt, das nicht aufgehen darf. Dann nimm den doppelten. Die zweite Wicklung hält die dünne Leine auch dann noch, wenn der Unterschied groß wird.
Es geht, aber es gibt Besseres. Für gleiche Stärken ist der Kreuzknoten gemacht, und er ist schneller gelegt. Der Schotstek verliert bei gleichen Durchmessern genau den Vorteil, für den er gebaut ist.
Ja, je nach Kreis. Bei der Feuerwehr heißt er Schotenstich, beim THW Hinterstich, bei den Pfadfindern Weberkreuzknoten, auf Englisch Sheet Bend. Der Knoten dahinter ist überall derselbe.
Weil sie sich in genau einer Bewegung unterscheiden. Getrennte Seiten müssten diese Bewegung zweimal erklären. Und die Frage, welche Variante an die Leinen vor dir gehört, könnte keine von beiden ganz beantworten.
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Anderthalb Rundtörn mit zwei halben Schlägen Anleitung
Knoten üben, bis sie sitzen
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