Verstellbar festmachen

Stopperstek binden, und wo er klemmt

Eine dünne Leine soll auf einer dicken sitzen, dort halten und sich trotzdem verschieben lassen. Genau das kann der Stopperstek. Welche Leine welche ist, sagen dir die Zeichnungen auf dieser Seite im Bild.

Schwierigkeit 3/5 8 Schritte
Fertiger Stopperstek, die dünne Leine liegt mit mehreren Törns auf der dicken und das lose Ende steht nach oben
Dünne gelbe Leine mit einem Stopperstek auf einer dickeren roten Leine, auf nassem Deck

Dünn auf dick

Zwei Leinen, und nur eine davon bewegt sich

Die meisten Knoten verbinden Leinen miteinander oder machen eine irgendwo fest. Dieser hier tut etwas anderes: er setzt eine dünne Leine auf eine dicke. Sie hält dort und lässt sich trotzdem versetzen.

Damit hat der Stopperstek eine Voraussetzung, die sonst keiner braucht. Die beiden Leinen dürfen nicht gleich sein. Als Unterlage liegt die dicke still, mehr tut sie nicht. Um sie herum läuft die dünne, legt sich auf sie und klemmt sich unter dem eigenen Zug darauf fest.

Den Unterschied siehst du an den Strichstärken der Zeichnungen, und mehr brauchst du vor dem ersten Handgriff nicht zu wissen. Die kräftige, waagerechte Leine ändert sich von Bild zu Bild überhaupt nicht. Alles, was sich bewegt, gehört zur dünnen.

Weil genau diese Unterscheidung der ganze Handgriff ist, tragen die erste und die letzte Zeichnung sie im Bild. Die Marken zeigen dort die dicke und die dünne Leine, das stehende Part und das lose Ende, und die Stelle, an der geklemmt wird. Kein anderer Handgriff hängt so davon ab, beide Leinen auseinanderzuhalten.

Der Weg der dünnen Leine

Drei Törns, und der letzte liegt anders

Die dicke Leine liegt auf allen Zeichnungen waagerecht und rührt sich nicht. Bewegt wird allein das Ende der dünnen, und es arbeitet sich Törn für Törn nach links. Marken findest du auf der ersten und der letzten Zeichnung.

  1. Dünne Leine ist einmal um die dicke geführt, der Törn liegt noch weit offen
    01

    Der erste Törn

    Führ das Ende der dünnen Leine vor der dicken nach oben, über sie hinweg und hinter ihr wieder herunter. Damit ist die dünne Leine einmal ganz herum, der Törn liegt aber noch weit offen. Welche der beiden welche ist, steht im Bild.

  2. Zweiter Törn steht als große Bucht über der dicken Leine, das Ende zeigt schräg nach oben
    02

    Und gleich noch einmal

    Nimm das Ende auf demselben Weg ein weiteres Mal herum, diesmal ein Stück weiter links. Der neue Törn steht jetzt noch als große Bucht über der dicken Leine, das Ende zeigt schräg nach oben heraus. Fest sitzt an dieser Stelle noch gar nichts.

  3. Beide Törns liegen nebeneinander auf der dicken Leine, das Ende kommt links darunter heraus
    03

    Nebeneinander, nicht übereinander

    Zieh die Bucht durch, bis der neue Törn neben dem ersten auf der dicken Leine liegt. Beide sind dann von oben zu sehen, und das Ende kommt links unter der dicken Leine wieder heraus. Übereinander gelegt wären sie ein Törn zu wenig statt einer mehr.

  4. Beide Törns liegen satt auf der dicken Leine, das lose Ende führt nach links unten weg
    04

    Die Lose herausziehen

    Hol die Lose aus beiden Törns heraus, bis sie satt auf der dicken Leine liegen. Lass dabei genug Ende stehen, um weiterarbeiten zu können. Von den offenen Buchten ist danach nichts mehr übrig, und das Ende liegt weiter links als vorher.

  5. Loses Ende steht links neben den Törns schräg über der dicken Leine
    05

    Auf die andere Seite

    Jetzt wechselt das Ende die Seite: links an den Törns vorbei, unter der dicken Leine hindurch und davor wieder nach oben. Dieser Weg liegt zwischen der vierten und der fünften Zeichnung und ist auf keiner von beiden zu sehen. Die fünfte zeigt das Ende links von allem anderen über der dicken Leine.

  6. Dritter Törn liegt links vom stehenden Part, das lose Ende hängt darunter nach links
    06

    Der letzte Törn

    Leg das Ende über die dicke Leine und hinter ihr wieder herunter, genau wie bei den beiden davor. Dieser Törn liegt links vom stehenden Part, das Ende hängt darunter nach links weg. Er sitzt damit als einziger auf der anderen Seite.

  7. Loses Ende ist von unten unter den letzten Törn geschoben und schaut oben wieder heraus
    07

    Das Ende darunter hindurch

    Schieb das Ende von unten unter den Törn, den du gerade gelegt hast, und zieh es nach oben durch. Oben schaut es dann wieder heraus. Das ist der Durchgang, an dem sich entscheidet, ob der Stek klemmt oder nur lose herumliegt.

  8. Fertiger Stopperstek, das lose Ende steht oben heraus und das stehende Part hängt unten auf der anderen Seite
    08

    Festziehen und nachsehen

    Zieh am stehenden Part und am Ende, bis alle Törns dicht beieinander sitzen. Das lose Ende steht am Schluss oben heraus, das stehende Part hängt unten, also auf der gegenüberliegenden Seite. Im Bild zeigen die Marken beide und dazu die Stelle, an der geklemmt wird.

Die Schritte liegen nebeneinander und lassen sich seitlich durchblättern.

Klemmen und verschieben

Warum er hält und sich trotzdem verschieben lässt

Ein Knoten, der unter Last hält und sich ohne Last schieben lässt, verdankt das seiner Unwucht. Der Stopperstek ist nicht symmetrisch gebaut, und die letzte Zeichnung zeigt genau das.

Gleichmäßig verteilt sind die Törns nicht. Die beiden zuerst gelegten sitzen dicht nebeneinander auf der einen Seite des stehenden Parts, der letzte allein auf der anderen. Diese Unwucht ist keine Deko, sie ist der ganze Handgriff.

Liegt Zug auf der dünnen Leine, legen sich die beiden nebeneinanderliegenden Törns enger zusammen und beißen sich auf der dicken fest. Die Stelle dafür ist im letzten Bild markiert. Nimmst du den Zug weg und schiebst von Hand, rollen dieselben Törns über die dicke Leine ab und der Stek wandert.

Praktisch heißt das: einmal binden, danach einstellen. Dafür steht er an Bord. Ein Fender hängt an einer dünnen Leine über der Reling oder am Festmacher, und wie tief er hängen soll, entscheidet der Liegeplatz und nicht der Knoten.

Schiefgehen kann dabei genau eine Sache, und sie steht am Ende der Zeichnungsreihe. Beim letzten Durchgang muss die Leine auf der gegenüberliegenden Seite herauskommen. Sonst klemmt der Knoten in keiner Richtung.

Prüfung

Knoten in der Prüfung

Neun Knoten kommen infrage, sieben davon sind in der praktischen Prüfung dran, und sechs müssen sitzen. Kein einzelner Knoten ist damit Pflicht - bestehen kannst du auch, ohne einen bestimmten gezeigt zu haben. Legen allein reicht nicht, du musst zu jedem Knoten auch sagen können, wofür er an Bord gut ist.

Zwischen See und Binnen gibt es bei den Knoten keinen Unterschied. Einzelne andere Aufgaben der praktischen Prüfung gelten ausdrücklich nur für den Seeschein, das Steuern nach Kompass zum Beispiel. Bei keinem der neun Knoten ist das so.

Alle Knoten im Überblick

Oft verwechselt

Fragen zum Stopperstek

Nein, und der halbe Name ist alles, was sie gemeinsam haben. Ein Stopperknoten sitzt auf einer einzigen Leine und verdickt ihr Ende, damit es nicht durch Block oder Öse rutscht. Dafür ist der Achtknoten da. Der Stopperstek braucht dagegen immer eine zweite, dickere Leine, auf der er sitzt.

Ja, mehrfach. Er heißt auch Rollstek oder Kneifstek, im Englischen Rolling Hitch. Unter Seglern ist Stopperstek trotzdem die geläufigere Bezeichnung, und so heißt er auch offiziell.

Vor allem für alles, was in der Höhe verstellbar bleiben soll. Der Klassiker ist der Fender: er hängt an einer dünnen Leine an Reling oder Festmacher. Wie tief er hängen muss, ändert sich mit dem Liegeplatz. Mit diesem Stek stellst du das ein, statt jedes Mal neu zu knüpfen.

Ja. Statt auf einer dicken Leine kann er genauso auf einem Rohr, einer Stange oder der Reling sitzen. Er braucht nur eine Unterlage, die deutlich dicker ist als die Leine, mit der du ihn legst.

Der Schotstek verbindet ungleich dicke Leinen zu einer durchgehenden. Beim Stopperstek wird gar nichts verbunden - er setzt die dünne Leine auf die dicke und lässt sie dort verschiebbar. Soll am Ende eine Leine herauskommen, ist der Schotstek gemeint.

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