An Ring und Stange
Rundtörn mit zwei halben Schlägen binden
Der Törn um Ring oder Stange nimmt den Zug auf, bevor der Rest ihn zu spüren bekommt. Danach kommen zwei gleiche Schläge um die eigene Leine, und die halten nur noch das Ende.
Der Weg der Leine
Erst um die Stange, dann um sich selbst
Waagerecht liegt die Stange auf jeder Zeichnung, das stehende Part hängt links unter ihr. Bewegt wird allein das kurze Ende, und es hat zwei Aufgaben hintereinander.
Jeden Schritt kannst du auch als Modell drehen. Es lädt erst, wenn du darauf tippst.
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Die Schritte liegen nebeneinander und lassen sich seitlich durchblättern.
Wo der Zug bleibt
Die Stange hält, die Schläge sichern
An Bord halten die meisten Knoten, weil sie sich unter Last selbst festklemmen. Dieser hier verteilt die Arbeit anders, und daher kommt sein zweiteiliger Name.
Leg eine Leine einmal um eine Stange und zieh an einem Ende. Am anderen Ende musst du weniger halten, als du ziehst - die Reibung auf der Auflage nimmt einen Teil davon weg. Je mehr Leine anliegt, desto mehr bleibt dort. Genau das ist der erste Teil dieses Handgriffs, und er steht vor allem anderen.
Alles danach hat deshalb eine andere Aufgabe als sonst. Die beiden halben Schläge müssen die Last nicht tragen. Sie müssen nur verhindern, dass sich der Törn wieder abwickelt - dafür reichen zwei schlichte Schläge, etwas Aufwendigeres braucht es nicht.
Diese Teilung siehst du in den Zeichnungen deutlich. Bild eins und zwei zeigen ausschließlich Leine auf Stange. Ab Bild drei liegt der Törn fertig auf der Stange und ändert sich nicht mehr - das Ende arbeitet von dort an nur noch an der eigenen Leine, ein Stück unterhalb der Auflage. Die acht Zeichnungen zeigen deshalb nicht acht Schritte derselben Sache, sondern zwei Aufgaben nacheinander.
Für die Hände heißt das vor allem eines. Der Törn muss liegen, bevor irgendetwas zieht - die Schläge kommen danach, und für sie hast du dann Zeit.
Der Nachbar
Wo dieser Knoten aufhört und der Roringstek anfängt
Direkt daneben steht ein Knoten, der fast gleich aussieht und trotzdem einen eigenen Namen trägt. Der Unterschied ist schnell übersehen und trotzdem groß genug, um ihn zu benennen.
Roringstek heißt er, auch Ankerstek, und er verbindet eine Leine ebenfalls dauerhaft mit einem Ring. Wer sich über den Rundtörn informiert, stößt fast zwangsläufig auch auf ihn. Derselbe Knoten ist er trotzdem nicht.
Es geht um einen einzigen Schritt. Der Roringstek fängt genauso an und endet anders - sein erster halber Schlag läuft durch die Törns hindurch, und der zweite fällt weg. Statt zweier Schläge um das Part bleibt einer, und der sitzt an einer anderen Stelle.
Woran du sie auseinanderhältst
Liegen unterhalb der Auflage zwei Schläge um das stehende Part, gleichsinnig und dicht beieinander, hast du den Handgriff von dieser Seite vor dir.
Läuft stattdessen ein einzelner Schlag durch den Törn selbst hindurch und fehlt der zweite, ist es der Nachbar.
Ein Praxisvergleich einer Segelschule beschreibt, was das in der Hand ausmacht. Bei schwierigem Material - dünn, glatt oder nass - sei der Ankerstek der robustere von beiden. Der Rundtörn mit zwei halben Schlägen lasse sich dafür leichter anbringen und unter Spannung leichter handhaben. Wir geben das wieder, gemessen haben wir es nicht.
Im Englischen heißt dieser hier round turn and two half hitches. Daneben läuft die Nebenform Anchor Bend, die wir bewusst nicht als zweiten Namen mitführen - sie meint mal diesen Handgriff und mal den Nachbarn.
Prüfung
Knoten in der Prüfung
Neun Knoten kommen infrage, sieben davon sind in der praktischen Prüfung dran, und sechs müssen sitzen. Kein einzelner Knoten ist damit Pflicht - bestehen kannst du auch, ohne einen bestimmten gezeigt zu haben. Legen allein reicht nicht, du musst zu jedem Knoten auch sagen können, wofür er an Bord gut ist.
Zwischen See und Binnen gibt es bei den Knoten keinen Unterschied. Einzelne andere Aufgaben der praktischen Prüfung gelten ausdrücklich nur für den Seeschein, das Steuern nach Kompass zum Beispiel. Bei keinem der neun Knoten ist das so.
Alle Knoten im ÜberblickHäufige Fragen
Fragen zum Rundtörn
Weil beide etwas anderes tun. Der Törn liegt auf der Stange und nimmt den Zug auf, die Schläge halten danach nur noch das Ende fest. Deshalb darf der zweite Teil so schlicht sein.
Nein, verwandt und trotzdem ein eigener. Beim Ankerstek, auch Roringstek genannt, läuft der erste halbe Schlag durch den Törn hindurch und der zweite fällt weg. Er trägt deshalb einen eigenen Namen und ist kein zweites Wort für den Handgriff auf dieser Seite.
Die kurze Form ist die verbreitete. Offiziell heißt er "Rundtörn mit zwei halben Schlägen", und die meisten Anleitungen im Netz schreiben ihn genauso. Bei uns steht "Anderthalb" davor, weil die Leine anderthalb Mal um die Stange läuft.
Ja, das ist die eine Stelle, an der es schiefgeht. Beide halben Schläge müssen in dieselbe Richtung liegen. Gegenläufig gelegt bilden sie keinen sauberen Knoten und rutschen.
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