An der Stange

Webleinstek binden

Zwei Törns um eine Stange, dazwischen eine Kreuzung, und das Ende klemmt unter dem letzten Törn. Gelegt ist er in Sekunden - und genau daraus folgt auch seine Grenze.

Schwierigkeit 1/5 5 Schritte
Fertiger Webleinstek, zwei Törns dicht nebeneinander um eine Stange, das Ende steht zwischen ihnen ab
Dunkelblaue Leine mit einem Webleinstek um eine Reling aus Edelstahl, dahinter das Wasser

Wofür er da ist

Was der Webleinstek hält

Er verbindet eine Leine mit etwas Rundem - einer Stange, einem Relingsrohr, dem Auge eines Fenders. Zwei Törns liegen dabei nebeneinander auf der Stange. Der Zug auf der Leine presst sie gegen das Rohr, und dieser Druck hält.

Daraus kommt seine Stärke. Du brauchst kein freies Stangenende, keinen Beschlag und keine zweite Hand für eine Bucht. Er entsteht genau dort, wo die Leine gerade anliegt, und ist fertig, bevor du ihn erklärt hast. Deshalb steht er überall da, wo es schnell gehen muss.

Und genau das ist auch seine Schwäche. Nimmst du den Zug weg, presst nichts mehr - dann liegt da nur noch Leine auf einem Rohr. Seine Grenze: Er hält nur bei gleichmäßigem Zug. Ruckelt die Leine oder dreht sich die Stange, kann er wandern - dann sichert ihn ein halber Schlag.

Die Varianten

Gesteckt, gelegt, geworfen

Mehrere Wege bringen die Leine auf die Stange, und am Ende liegt dort jedes Mal dasselbe. Unterschiedlich ist nur, was die Situation gerade zulässt.

Gesteckt

Du führst das Ende um die Stange, kreuzt es mit sich selbst und gehst ein weiteres Mal herum. Geht mitten an einer durchlaufenden Reling und braucht nirgends Zugang zum Stangenende. Diesen Weg zeigen die Zeichnungen weiter unten.

Gelegt

Du legst zwei Buchten in die Leine, drehst sie gegeneinander und schiebst sie übereinander. Fertig stülpst du beide zusammen über die Stange. Schneller, aber nur dort, wo die Stange ein freies Ende hat, über das es passt.

Geworfen

Dieselben beiden Buchten, aber du wirfst sie über einen Poller oder Pfahl, statt sie aufzustülpen. Der Weg für den Moment, in dem du im Boot stehst und die Hand nicht an die Stange bekommst.

Und welcher Weg zählt

Am Ende steht immer derselbe Knoten. Dieselben Törns liegen auf derselben Stange, gepresst von derselben Kraft - welchen Weg du dorthin genommen hast, sieht man ihm nicht an.

Vorgeschrieben ist keine bestimmte Variante. Verlangt ist der Knoten, nicht ein bestimmter Weg zu ihm. Wer dir sagt, es müsse der gesteckte sein, gibt seine Gewohnheit weiter.

Was in der Prüfung verlangt wird

Praktisch heißt das - üb einen Weg, bis er im Dunkeln sitzt, statt drei halb zu können. Wir zeigen dir den gesteckten, weil er als einziger überall geht - auch da, wo die Stange gar kein Ende hat, über das sich etwas stülpen ließe.

Der gesteckte Weg

So entsteht er an der Stange

Die Stange liegt auf den Zeichnungen waagerecht, die Leine kommt von unten. Das stehende Part ist die Seite, aus der später der Zug kommt; das kurze Ende bewegt sich von Bild zu Bild.

  1. Leine läuft einmal vollständig um die Stange, das kurze Ende kommt unten wieder heraus
    01

    Einmal ganz herum

    Führ das kurze Ende vor der Stange nach oben, oben darüber hinweg und hinten wieder herunter. Unter der Stange kommt es neben dem stehenden Part heraus. Ein voller Törn liegt - mehr hält an dieser Stelle noch nichts.

  2. Kurzes Ende kreuzt vor der Stange das stehende Part und steht nach oben ab
    02

    Über das eigene Part

    Jetzt kreuzt das Ende die Leine, mit der es gekommen ist. Nimm es vor der Stange schräg nach oben, über den ersten Törn hinweg, bis es über die Stange hinaussteht. Diese Kreuzung ist die Stelle, die am Schluss klemmt.

  3. Kurzes Ende liegt flach über der Stange und zeigt auf die noch freie Seite
    03

    Zur anderen Seite

    Leg das Ende von der Kreuzung aus flach weiter über die Stange, auf die Seite, die noch frei ist. Es zeigt jetzt in die Richtung, aus der es gleich ein zweites Mal herumkommt. Am ersten Törn ändert sich dabei nichts, er bleibt liegen, wo er ist.

  4. Kurzes Ende läuft ein weiteres Mal um die Stange und kommt unten frei heraus
    04

    Der zweite Törn

    Führ das Ende auf dieser Seite noch einmal um die Stange, in derselben Drehrichtung wie beim ersten Mal - vorn hinauf, oben hinüber, hinten hinunter. Es kommt unter der Stange frei heraus, neben allem, was schon liegt.

  5. Kurzes Ende steckt unter dem letzten Törn, beide Törns liegen dicht nebeneinander auf der Stange
    05

    Unter den letzten Törn

    Schieb das Ende zum Schluss unter den Törn, den du gerade gelegt hast, und zieh am stehenden Part. Beide Törns rücken zusammen und pressen sich auf die Stange. Fertig liegen sie dicht nebeneinander, davor die Kreuzung. Aus ihr heraus stehen kurzes Ende und stehendes Part in entgegengesetzte Richtungen.

Die Slip-Variante

Webleinstek auf Slip

Bei der Slip-Variante machst du den letzten Schritt nicht mit dem Ende, sondern mit einer Bucht. Statt das kurze Ende unter den letzten Törn zu schieben, schiebst du eine Schlaufe darunter und lässt sie stehen.

Am Halten ändert das nichts. Unter Zug liegen dieselben Törns auf derselben Stange, gepresst von derselben Kraft. Anders ist nur das Aufmachen. Ein Zug am herausstehenden Ende holt die Bucht zurück durch die Wicklung, und die Verbindung ist offen. Niemand muss dafür vorher die Hand an die Stange legen.

Genau dafür ist die Variante da - am Fender, an der Persenning, überall dort, wo etwas nur für dieses eine Manöver halten soll. Umgekehrt hat sie nichts da verloren, wo eine Last hängt, die niemand versehentlich lösen darf. Eine Bucht, die du mit Absicht herausziehst, zieht auch jemand ohne Absicht heraus.

Offiziell zählt sie als eigener Knoten. Den Webleinstek auf Slip führen wir nicht als eigenen Knoten, sondern als Variante beim Webleinstek. Zeichnungen haben wir dafür keine, und ohne Bilder wäre eine eigene Seite eine leere Seite. Deshalb steht er hier, wo er ohnehin hingehört - derselbe Weg mit einem anderen letzten Schritt.

Prüfung

Knoten in der Prüfung

Neun Knoten kommen infrage, sieben davon sind in der praktischen Prüfung dran, und sechs müssen sitzen. Kein einzelner Knoten ist damit Pflicht - bestehen kannst du auch, ohne einen bestimmten gezeigt zu haben. Legen allein reicht nicht, du musst zu jedem Knoten auch sagen können, wofür er an Bord gut ist.

Zwischen See und Binnen gibt es bei den Knoten keinen Unterschied. Einzelne andere Aufgaben der praktischen Prüfung gelten ausdrücklich nur für den Seeschein, das Steuern nach Kompass zum Beispiel. Bei keinem der neun Knoten ist das so.

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Häufige Fragen

Fragen zum Webleinstek

Vorgeschrieben ist keine bestimmte Variante. Verlangt ist der Knoten, nicht ein bestimmter Weg zu ihm. Wenn du dich trotzdem für einen entscheiden willst, nimm den gesteckten. Er funktioniert auch dort, wo die Stange kein freies Ende hat.

Beides ist im Umlauf. Offiziell heißt er "Webleinstek", daneben laufen "Webeleinstek" und "Webeleinenstek". Ein Unterschied in der Sache steckt nicht dahinter.

Mit einem halben Schlag hinter dem Webleinstek, gelegt mit dem herausstehenden Ende. Er nimmt dem Knoten die Möglichkeit zu wandern, und am Handgriff selbst änderst du nichts. Sinnvoll überall dort, wo der Zug nicht gleichmäßig anliegt.

Beide Namen führen zu derselben Wicklung. Am Karabiner heißt sie Mastwurf und wird beim Klettern und in der Rettung so gebraucht. An Bord wie offiziell heißt er Webleinstek.

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