Festmachen
Klampe belegen mit Kopfschlag
Die Klampe hält das Boot am Steg, aber nur, wenn die Leine in der richtigen Reihenfolge darum läuft. Zuerst der Fuß, dann die Hörner, zum Schluss der Kopfschlag.
Der Handgriff
Was am Steg wirklich passiert
Eine Klampe ist kein Knoten, sondern ein Beschlag. Sie hat einen Fuß, der im Deck oder im Steg sitzt, und darüber zwei Hörner. Belegen heißt: Du führst die Leine so darum, dass der Fuß den Zug aufnimmt. Was auf den Hörnern liegt, wird schon gehalten.
Bevor du den ersten Törn legst, musst du wissen, welche Seite zieht. Das ist das stehende Part: die Seite, an der das Boot hängt und aus der später die Last kommt. Hier kommt sie auf allen Zeichnungen von links, und das lose Part läuft zuerst zum weiter entfernten Horn. Steht deine Klampe andersherum, spiegelst du die Bilder - die Reihenfolge bleibt dieselbe, nur die Seiten tauschen.
Die Reihenfolge trägt den ganzen Handgriff. Der erste Törn geht einmal komplett um den Fuß. Erst danach kommt überhaupt etwas auf die Hörner. Am fertig belegten Beschlag siehst du ihn kaum, weil die Kreuzschläge darüber liegen - er ist trotzdem der Teil, der arbeitet.
Danach folgen die Kreuzschläge: schräg über den Körper zum einen Horn, darum herum, diagonal zurück zum anderen. Über der Klampe entsteht dabei das liegende Kreuz. Daran siehst du von weitem, dass hier jemand belegt und nicht nur Leine abgelegt hat. Was dann noch fehlt, ist der Kopfschlag.
Schritt für Schritt
Klampe belegen in sieben Schritten
Die Leine kommt auf den Zeichnungen von links, aus der Richtung, in die später der Zug geht. Das lose Part ist das kurze Ende, das sich von Bild zu Bild bewegt.
1 / 7
Die Schritte liegen nebeneinander und lassen sich seitlich durchblättern.
Deine Entscheidung
Kopfschlag ja oder nein
Alles bis hierhin ist Reihenfolge. Beim letzten Schlag entscheidest du zum ersten Mal wirklich etwas: ob die Verbindung geklemmt ist oder nur aufliegt.
Mit Kopfschlag
Die gekippte Bucht legt sich über das lose Part und hält es unter dem letzten Schlag fest. Ab da arbeitet nicht mehr nur die Reibung, sondern eine Windung, die sich selbst gegenhält.
Und er steckt im Namen: vollständig heißt dieser Handgriff "Belegen einer Klampe mit Kopfschlag".
Ohne Kopfschlag
Dann liegen nur Kreuzschläge auf den Hörnern. Nichts hält das lose Part fest. Die Verbindung besteht aus Reibung und aus dem Gewicht der Leine. Mehr Kreuzschläge ersetzen ihn dabei nicht.
Die Falle: Zu viele Kreuzschläge machen den Knoten nicht sicherer, sondern nur schwer zu lösen, wenn Zug auf der Leine steht.
Der Kopfschlag ist also kein zusätzlicher Knoten, sondern der letzte Schlag, anders gelegt. Das ist der ganze Unterschied - und der Grund, die Bucht bewusst zu kippen statt sie einfach überzuwerfen.
Kontrolle
Woran du siehst, dass es sitzt
Gelegt ist nicht dasselbe wie richtig gelegt. Wenn du dich aufrichtest und die Leine loslässt, siehst du dem Beschlag von oben an, ob die Reihenfolge gehalten hat.
Der Törn um den Fuß muss noch dort liegen, wo du ihn gelegt hast. Vergleich dazu die letzte Zeichnung mit der ersten: Die Leine läuft auf derselben Höhe in den Beschlag hinein, sie ist nicht nach oben gewandert. Liegt sie stattdessen auf einem Horn, nimmt nicht mehr der Fuß den Zug auf, sondern das Horn.
Das Ende und die Seite, an der das Boot hängt, verlassen die Klampe in verschiedene Richtungen. Nach außen und nach unten zeigt das Ende, nicht zurück über das Kreuz. Und alles liegt zwischen den Hörnern: keine Windung läuft auf der Zeichnung über eine Spitze hinaus.
Abnehmen
Und wieder los
Belegen ist die eine Hälfte, Abnehmen die andere. Rückwärts geht es in umgekehrter Reihenfolge: erst den Kopfschlag vom Horn heben, dann die Kreuzschläge einzeln abziehen, zuletzt den Törn vom Fuß.
Steht Zug auf der Leine, muss jeder einzelne Schlag unter Last vom Horn. Das ist der praktische Grund, genau die Schläge zu legen, die es braucht, und keinen mehr. Wer die Reihenfolge in den Händen hat, bekommt die Leine auch im Dunkeln wieder ab.
Prüfung
Knoten in der Prüfung
Neun Knoten kommen infrage, sieben davon sind in der praktischen Prüfung dran, und sechs müssen sitzen. Kein einzelner Knoten ist damit Pflicht - bestehen kannst du auch, ohne einen bestimmten gezeigt zu haben. Legen allein reicht nicht, du musst zu jedem Knoten auch sagen können, wofür er an Bord gut ist.
Zwischen See und Binnen gibt es bei den Knoten keinen Unterschied. Einzelne andere Aufgaben der praktischen Prüfung gelten ausdrücklich nur für den Seeschein, das Steuern nach Kompass zum Beispiel. Bei keinem der neun Knoten ist das so.
Alle Knoten im ÜberblickHäufige Fragen
Fragen zur Klampe
Die Schrittfolge auf dieser Seite kommt mit zwei Kreuzschlägen und dem Kopfschlag aus. Mehr davon halten nicht besser - sie machen die Verbindung nur schwerer zu lösen, solange die Leine unter Last steht.
Der Kopfschlag ist der letzte Schlag über das Horn, und vorher kippst du eine Bucht. Durch diese Verdrehung klemmt der Schlag das lose Part unter sich fest, statt nur daneben zu liegen.
Weil der Fuß der Teil der Klampe ist, der den Zug aufnehmen soll. Der erste Törn geht deshalb ganz um ihn herum, und erst was danach kommt, liegt auf den Hörnern.
Beides meint denselben Handgriff. "Klampe belegen" sagen wir am Steg, "Belegen einer Klampe mit Kopfschlag" heißt er offiziell, wenn du ihn für den Schein lernst.
Alle Knoten
Weiter zu den anderen Knoten
-
Anderthalb Rundtörn mit zwei halben Schlägen Anleitung -
Palstek Anleitung -
Webleinstek Anleitung -
Kreuzknoten Anleitung -
Einfacher Schotstek Anleitung -
Doppelter Schotstek Anleitung -
Achtknoten Anleitung -
Stopperstek Anleitung
Knoten üben, bis sie sitzen
Im Knotentrainer klickst du jeden Knoten Schritt für Schritt durch, mit Video und Fortschrittsanzeige. Teil jedes BSX-Kurses, im Browser und auf dem Handy.
Kurse ansehen
Knotentrainer im BSX-Kurs
Vom Steg in den Kurs
Belegen, stecken, werfen - im BSX-Kurs übst du die Handgriffe am Bildschirm und danach mit einem Ausbilder auf dem Wasser.
Kurse und Preise ansehen