Was ist der Charterschein?
Mit dem Charterschein darfst du ein gemietetes Sportboot selbst steuern, ohne jemals einen Bootsführerschein gemacht zu haben. Du bekommst ihn nicht in einem Kurs und nicht bei einer Behörde, sondern direkt beim Bootsvermieter, am Tag deiner Anreise. Offiziell heißt er Charterbescheinigung.
Ein Führerschein ist er ausdrücklich nicht. Er erlaubt dir ein bestimmtes gemietetes Boot, auf einer bestimmten Strecke, in einem bestimmten Zeitraum. Alle drei Angaben trägt der Vermieter in das Formular ein. Weichst du davon ab, deckt dich die Bescheinigung nicht mehr.
Du legst keine amtliche Prüfung ab, aber der Vermieter muss sich von deiner ausreichenden Befähigung überzeugen und übernimmt Verantwortung. Er weist dich vor der Abfahrt ein, und danach sind das Unternehmen und sein Bevollmächtigter vor Ort neben dir dafür mitverantwortlich, dass du deine Pflichten als Bootsführer einhältst. Deshalb gibt es keine amtliche Prüfung, aber auch keine freie Wahl von Boot, Strecke und Zeitraum.
Geregelt ist das in einer Bundesverordnung über das Vermieten von Sportbooten. Sie beantwortet drei Fragen: welches Boot gechartert werden darf, auf welchen Gewässern, und unter welchen Auflagen. Diese drei Punkte stehen weiter unten. Weil es um Verbote und Bußgelder geht, nennen wir jeweils die Stelle, an der die Regel steht, damit du sie im Zweifel selbst nachlesen kannst.
Wo gilt der Charterschein?
Nur in Deutschland, und dort nur auf 30 namentlich aufgeführten Streckenabschnitten. Der Charterschein ist deutsches Recht und verschafft dir außerhalb dieser Strecken keine Berechtigung. Wer im Ausland chartern will, braucht einen dort anerkannten Nachweis, und welcher das ist, entscheidet das jeweilige Land. Welches Land welchen Nachweis verlangt, steht im Überblick zum Bootsführerschein im Ausland.
Welche Abschnitte das sind, steht in einer amtlichen Gewässerliste, die zu der Verordnung gehört. Sie umfasst 12 Wasserstraßen: vor allem die klassischen Hausbootreviere in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, dazu Lahn, Saale, Saar und Peene.
Die Liste arbeitet mit Kilometerangaben. An jeder Bundeswasserstraße stehen Kilometerschilder am Ufer, und genau diese Zahlen trägt der Vermieter in deine Charterbescheinigung ein, damit unstrittig ist, wie weit du fahren darfst.
Bei 12 der 30 Abschnitte kommen zusätzliche Auflagen obendrauf, etwa ein Fahrverbot ab Windstärke 4, die Pflicht, Rettungswesten zu tragen, oder ein Anruf beim Vermieter vor der Einfahrt. Diese Auflagen unterscheiden sich von Abschnitt zu Abschnitt, deshalb kannst du sie unten einzeln nachsehen.
Welcher Abschnitt gilt für deine Tour?
Wähle deine Strecke. Du siehst die Kilometerangaben, die auch in deine Charterbescheinigung eingetragen werden, und darunter die Auflagen für genau diesen Abschnitt. Die Liste folgt den amtlichen Namen der Wasserstraßen, deshalb hier die Übersetzung: Müritz und Plauer See liegen in der Müritz-Elde-Wasserstraße, der Schweriner See an der Stör-Wasserstraße, der Kummerower See an der Peene. Schwielowsee, Breitlingsee und Beetzsee gehören zur Unteren Havel-Wasserstraße, Dämeritzsee, Flakensee, Werlsee, Peetzsee und Möllensee zu den Rüdersdorfer Gewässern östlich von Berlin.
- 30 Abschnitte
- 12 Wasserstraßen
- 12 mit Auflagen
Dahme-Wasserstraße
Dahme-Wasserstraße mit Haupt- und Nebenstrecken Nr. 1
ohne Auflagen
km 10,30 (oberhalb Schleuse Neue Mühle) km 26,04 (oberhalb Einmündung der Teupitzer Gewässer)
Für diesen Abschnitt gibt es keine zusätzlichen Auflagen. Die allgemeinen Regeln für alle Charterboote gelten trotzdem.
Havel-Oder-Wasserstraße (HOW)
Oranienburger Kanal Nr. 2.1
ohne Auflagen
km 21,01 km 28,77
Für diesen Abschnitt gibt es keine zusätzlichen Auflagen. Die allgemeinen Regeln für alle Charterboote gelten trotzdem.
Havel-Oder-Wasserstraße (HOW)
Oranienburger Havel Nr. 2.2
ohne Auflagen
km 0,13 km 3,91
Für diesen Abschnitt gibt es keine zusätzlichen Auflagen. Die allgemeinen Regeln für alle Charterboote gelten trotzdem.
Havel-Oder-Wasserstraße (HOW)
Finowkanal Nr. 2.3
1 Auflage
km 89,30 (Schleuse Liepe) km 57,10 (Untertor Schleuse Zerpenschleuse)
- Querung der Havel-Oder-Wasserstraße nur, wenn auf der Havel-Oder-Wasserstraße kein Fahrzeug in Sicht ist
Havel-Oder-Wasserstraße (HOW)
Werbelliner Gewässer Nr. 2.4
1 Auflage
km 2,73 km 19,80
- Querung der Havel-Oder-Wasserstraße nur, wenn auf der Havel-Oder-Wasserstraße kein Fahrzeug in Sicht ist
Lahn
Lahn Nr. 3
ohne Auflagen
km 70 km 137,07 (Hafen Lahnstein)
Für diesen Abschnitt gibt es keine zusätzlichen Auflagen. Die allgemeinen Regeln für alle Charterboote gelten trotzdem.
Müritz-Elde-Wasserstraße und Stör-Wasserstraße
Dömitz bis Plauer See Nr. 4.1
ohne Auflagen
km 0,95 (Schleuse Dömitz) km 121 (Beginn Plauer See)
Für diesen Abschnitt gibt es keine zusätzlichen Auflagen. Die allgemeinen Regeln für alle Charterboote gelten trotzdem.
Müritz-Elde-Wasserstraße und Stör-Wasserstraße
Plauer See Nr. 4.2
5 Auflagen
km 121 (Beginn Plauer See) km 126 (Lenz)
- Durchfahrt nur in der bezeichneten Fahrrinne
- Fahrverbot ab Windstärke 4 Beaufort
- Alle Personen müssen Rettungswesten tragen
- Telefonischer Abruf über Befahrbarkeit beim Unternehmen vor der Einfahrt (Wind, Wetter)
- Telefonische Meldung beim Unternehmen nach der Durchfahrt
Müritz-Elde-Wasserstraße und Stör-Wasserstraße
Lenz bis Klink an der Müritz Nr. 4.3
3 Auflagen
km 126 (Lenz) km 152,50 (Klink an der Müritz)
- Durchfahrt nur in der bezeichneten Fahrrinne
- Fahrverbot ab Windstärke 4 Beaufort
- Alle Personen müssen Rettungswesten tragen
Müritz-Elde-Wasserstraße und Stör-Wasserstraße
Klink an der Müritz bis Claassee Nr. 4.4
5 Auflagen
km 152,50 (Klink an der Müritz) km 167 (Ausfahrt Hafendorf Müritz am Claassee)
- Fahrt nur entlang der Fahrrinnenbezeichnung des westlichen Ufers
- Fahrverbot ab Windstärke 4 Beaufort
- Alle Personen müssen Rettungswesten tragen
- Telefonischer Abruf über Befahrbarkeit beim Unternehmen vor der Einfahrt (Wind, Wetter)
- Telefonische Meldung beim Unternehmen am Zielort oder bei Fahrtunterbrechung
Müritz-Elde-Wasserstraße und Stör-Wasserstraße
Claassee bis Buchholz Nr. 4.5
ohne Auflagen
km 167 (Ausfahrt Hafendorf Müritz am Claassee) km 180 (Buchholz)
Für diesen Abschnitt gibt es keine zusätzlichen Auflagen. Die allgemeinen Regeln für alle Charterboote gelten trotzdem.
Müritz-Elde-Wasserstraße und Stör-Wasserstraße
Stör-Wasserstraße bis Schweriner See Nr. 4.6
ohne Auflagen
km 0,0 (Einmündung in die Müritz-Elde-Wasserstraße) km 19,88 (Einmündung in den Schweriner See)
Für diesen Abschnitt gibt es keine zusätzlichen Auflagen. Die allgemeinen Regeln für alle Charterboote gelten trotzdem.
Müritz-Elde-Wasserstraße und Stör-Wasserstraße
Stör-Wasserstraße bis Hohen Viecheln Nr. 4.7
3 Auflagen
km 19,88 km 44,70 (Hohen Viecheln)
- Durchfahrt nur in der bezeichneten Fahrrinne
- Fahrverbot ab Windstärke 4 Beaufort
- Alle Personen müssen Rettungswesten tragen
Müritz-Havel-Wasserstraße
Müritz-Havel-Wasserstraße mit Haupt- und Nebenstrecken Nr. 5
ohne Auflagen
km 0,00 km 31,18
Für diesen Abschnitt gibt es keine zusätzlichen Auflagen. Die allgemeinen Regeln für alle Charterboote gelten trotzdem.
Obere Havel-Wasserstraße
Obere Havel-Wasserstraße mit Haupt- und Nebenstrecken Nr. 6
ohne Auflagen
Malzer Kanal km 43,95 (Schleuse Liebenwalde) km 94,41 (Hafen Neustrelitz)
Für diesen Abschnitt gibt es keine zusätzlichen Auflagen. Die allgemeinen Regeln für alle Charterboote gelten trotzdem.
Peene
Peene Nr. 7
1 Auflage
km 2,50 (Malchin) km 98,16 (Peenestrom)
- Kummerower See: Fahrverbot ab Windstärke 4 Beaufort
Die Gewässerliste weist ausdrücklich darauf hin, dass die letzten Bootsliegestellen bei km 90,85 liegen.
Rüdersdorfer Gewässer
Dämeritzsee und Flakensee Nr. 8.1
ohne Auflagen
km 0,00 km 3,78 (unterhalb Schleuse Woltersdorf)
Für diesen Abschnitt gibt es keine zusätzlichen Auflagen. Die allgemeinen Regeln für alle Charterboote gelten trotzdem.
Rüdersdorfer Gewässer
Löcknitz mit Werlsee, Peetzsee und Möllensee Nr. 8.2
ohne Auflagen
km 0,00 km 10,64
Für diesen Abschnitt gibt es keine zusätzlichen Auflagen. Die allgemeinen Regeln für alle Charterboote gelten trotzdem.
Saale
Calbe bis Schleuse Trotha Nr. 9.1
1 Auflage
km 20,00 (Calbe) km 89,20 (Schleuse Trotha)
- Fahrverbot bei einem Wasserstand von mehr als 300 cm am Unterpegel Halle-Trotha
Saale
Schleuse Trotha bis Rischmühlenschleuse Nr. 9.2
ohne Auflagen
km 89,20 (Schleuse Trotha) km 115,22 (Rischmühlenschleuse)
Für diesen Abschnitt gibt es keine zusätzlichen Auflagen. Die allgemeinen Regeln für alle Charterboote gelten trotzdem.
Saar
Saar Nr. 10
ohne Auflagen
km 87,6 deutsch-französische Grenze
Für diesen Abschnitt gibt es keine zusätzlichen Auflagen. Die allgemeinen Regeln für alle Charterboote gelten trotzdem.
Spree-Oder-Wasserstraße
Oder-Spree-Kanal bis Oder Nr. 11.1
ohne Auflagen
km 45,11 (Einfahrt Oder-Spree-Kanal) km 130,16 (Einmündung in die Oder)
Für diesen Abschnitt gibt es keine zusätzlichen Auflagen. Die allgemeinen Regeln für alle Charterboote gelten trotzdem.
Spree-Oder-Wasserstraße
Drahendorfer Spree Nr. 11.2
ohne Auflagen
Gesamtstrecke
Für diesen Abschnitt gibt es keine zusätzlichen Auflagen. Die allgemeinen Regeln für alle Charterboote gelten trotzdem.
Spree-Oder-Wasserstraße
Gosener Kanal Nr. 11.3
ohne Auflagen
Gesamtstrecke
Für diesen Abschnitt gibt es keine zusätzlichen Auflagen. Die allgemeinen Regeln für alle Charterboote gelten trotzdem.
Spree-Oder-Wasserstraße
Neuhauser Speisekanal Nr. 11.4
ohne Auflagen
Gesamtstrecke
Für diesen Abschnitt gibt es keine zusätzlichen Auflagen. Die allgemeinen Regeln für alle Charterboote gelten trotzdem.
Spree-Oder-Wasserstraße
Seddinsee Nr. 11.5
ohne Auflagen
Gesamtstrecke
Für diesen Abschnitt gibt es keine zusätzlichen Auflagen. Die allgemeinen Regeln für alle Charterboote gelten trotzdem.
Untere Havel-Wasserstraße
Potsdamer Havel Nr. 12.1
1 Auflage
km 28,00 (Babelsberger Enge) km 0,00 (Einmündung in die Untere Havel-Wasserstraße)
- Schwielowsee: Fahrverbot ab Windstärke 4 Beaufort
Untere Havel-Wasserstraße
Brandenburg bis Plaue Nr. 12.2
5 Auflagen
km 56,00 (Brandenburg) km 67,50 (Plaue)
- Brandenburger Niederhavel: Fahrterlaubnis. Silokanal: Fahrverbot
- Plauer See und Breitlingsee: Fahrverbot ab Windstärke 4 Beaufort
- Plauer See: Durchfahrt von km 63,20 bis km 67,00 nur am jeweils äußersten Rand der Fahrrinne (Tonnenstrich)
- Für die Kreuzungsbereiche bei km 56,00 und km 67,00: Überqueren nur, wenn es sicher möglich ist
- Nur beim Überqueren von der Beetzsee-Riewendsee-Wasserstraße in Richtung Brandenburger Niederhavel: vorher telefonisch bei der Vorstadtschleuse Brandenburg erfragen, ob die Wasserstraße frei ist
Einschließlich Beetzsee-Riewendsee-Wasserstraße.
Untere Havel-Wasserstraße
Plaue bis Hohennauener Wasserstraße Nr. 12.3
2 Auflagen
km 67,50 (Plaue) km 112,00 (unmittelbar unterhalb der Einmündung der Hohennauener Wasserstraße)
- Fahrverbot bei Wasserständen am Unterpegel Rathenow von mehr als 190 cm, ausgenommen die Fahrt auf der Hohennauener Wasserstraße zwischen km 1,10 und km 10,00
- Fahrverbot, wenn kein Karten- und Informationsmaterial über Gefahrenstellen an Bord ist: Fahrwasserkrümmungen, Unterwasserhindernisse und der Verlauf des Hauptfahrwassers mit seinen Bauwerken und den unterschiedlichen Strömungsverhältnissen
Untere Havel-Wasserstraße
Hohennauener Wasserstraße bis Quitzöbel Nr. 12.4
1 Auflage
km 112,00 (unmittelbar unterhalb der Einmündung der Hohennauener Wasserstraße) km 156,00 (Quitzöbel)
- Fahrverbot bei Wasserständen am Unterpegel Rathenow von mehr als 130 cm
Mündungsstrecke der Unteren Havel. Der Pegelwert liegt hier niedriger als auf dem Abschnitt davor.
Stand 21. Oktober 2025. Alle 30 Abschnitte im Wortlaut: amtliche Gewässerliste.
Was gilt auf jedem Charterboot?
| Regel | Was genau gilt |
|---|---|
| Bootslänge | Was genau gilt: weniger als 15 Meter |
| Bootsgröße | Was genau gilt: Länge mal Breite mal Tiefgang unter 100 Kubikmeter |
| Geschwindigkeit | Was genau gilt: Das Boot muss auf 12 km/h im stillen Wasser begrenzt sein, ohne dass die Manövrierfähigkeit darunter leidet |
| Personen an Bord | Was genau gilt: höchstens 12, und nie mehr als im Bootszeugnis zugelassen |
| Bootstyp | Was genau gilt: nur Boote mit fest eingebauten Schlafplätzen |
| Nachtfahrt | Was genau gilt: verboten, ebenso bei unsichtigem Wetter, also bei Nebel oder Schneefall |
| Gewässer | Was genau gilt: nur die 30 Abschnitte der amtlichen Gewässerliste |
| Mindestalter | Was genau gilt: ab 16 Jahren bei Booten mit Motor |
| Versicherung | Was genau gilt: Haftpflichtversicherung muss bestehen |
Was bedeuten 12 km/h für einen Urlaubstag?
Die 12 km/h sind keine Geschwindigkeitsbegrenzung für dich, sondern eine Vorgabe für das Boot. Ein Charterboot muss so gebaut oder eingestellt sein, dass es im stillen Wasser nicht schneller als 12 km/h fährt. Du kannst also nicht schneller, auch wenn du wolltest.
12 km/h sind etwa doppelt so schnell wie zügiges Gehen. Wer die vollen 12 km/h fährt, kommt in zwei Stunden rund 24 Kilometer weit, und auf einer Charterkarte sieht diese Strecke nach wenig aus. In der Praxis wird es meist weniger: örtliche Tempolimits, Strömung zu Berg und einfach langsamere Fahrt.
Ein Beispiel: Von Lenz bis Klink an der Müritz sind es 26,5 Kilometer. Das ist ein Abschnitt, kein Tagesausflug, und selbst mit vollem Tempo sind das über zwei Stunden am Steuer. Die Tabelle rechnet weitere Strecken für dich um.
Nicht eingerechnet sind Schleusen. Eine einzelne Schleusung kostet je nach Betrieb und Warteschlange von wenigen Minuten bis über eine Stunde, und auf mehreren dieser Strecken liegen Schleusen, die du selbst bedienen musst. Die Tabelle unten rechnet mit glatten 12 km/h und ist damit eine Idealrechnung, kein Fahrplan.
| Strecke | Länge | Fahrzeit bei 12 km/h |
|---|---|---|
| Dahme-Wasserstraße, km 10,30 bis 26,04 | 15,7 km | rund 1 Std. 20 Min. |
| Müritz: Lenz bis Klink an der Müritz | 26,5 km | rund 2 Std. 15 Min. |
| Untere Havel: Plaue bis Hohennauener Wasserstraße | 44,5 km | rund 3 Std. 45 Min. |
| Lahn, km 70 bis Hafen Lahnstein | 67,1 km | rund 5 Std. 35 Min. |
| Saale: Calbe bis Schleuse Trotha | 69,2 km | rund 5 Std. 45 Min. |
| Spree-Oder-Wasserstraße: Kanal bis Oder | 85,1 km | rund 7 Std. 5 Min. |
| Peene: Malchin bis Peenestrom | 95,7 km | rund 8 Std. |
| Müritz-Elde-Wasserstraße: Dömitz bis Plauer See | 120,1 km | rund 10 Std. |
Diese Ausrüstung muss an Bord sein
- Für jede zugelassene Person eine Rettungsweste
- Ein tragbarer Feuerlöscher, sofern im Bootszeugnis keine größere Zahl vorgeschrieben ist
- Zulassungsfreie Signalmittel
- Rettungsring mit Sicherheitsleine
- Zwei Paddel, Bootshaken, Verbandskasten
- Eine Tafel oder ein Aufkleber mit den Verkehrsvorschriften
- Karten, Handbücher oder Merkblätter für die Gewässer, die du befährst
- Das Merkblatt zum Verhalten in Schleusen, bei Selbstbedienungsschleusen zusätzlich die Bedienungsanleitung
- Ein Handy, wenn für deinen Abschnitt ein Anruf beim Vermieter vorgeschrieben ist
- Bei einem Motorboot, das nicht nur stundenweise gemietet wird: der Wortlaut der Verordnung und eine beglaubigte Kopie des Bootszeugnisses, beides stellt der Vermieter
Wie läuft die Einweisung ab?
Sie dauert mindestens drei Stunden, und sie darf nicht jeder machen. Einweisen darf nur, wer selbst mindestens den Sportbootführerschein Binnen hat und das Fahrtgebiet besonders gut kennt. Je nach Revier und deinen Vorkenntnissen kann es länger dauern.
Der Inhalt ist vorgeschrieben und deutlich umfangreicher, als das Wort Einweisung klingt. Theoretisch gehören dazu die Verkehrsregeln für kleine Fahrzeuge, das Lesen der Tonnen und Schilder am Wasser, die Signallichter an Schleusen und das Verhalten an Engstellen. Das amtliche Formular hat rund zwanzig Punkte, vom Starten des Motors über Steuerstand, Lenzpumpe und Gasanlage bis zur Toilette. Ein Auszug aus dem praktischen Teil:
- An- und Ablegen, Aufstoppen, Festmachen, Ankern
- Wenden auf engem Raum
- Mann-über-Bord-Manöver
- Verhalten bei Grundberührung, Motorausfall, Motorbrand und wenn das Boot nicht mehr steuerbar ist
- Schleusen
- Rettungswesten anlegen
Am Ende unterschreiben Einweiser und Bootsführer, dass alle angekreuzten Teile der Einweisung durchgeführt wurden. Der Vermieter behält eine Zweitschrift und muss sie sechs Monate aufbewahren, damit die Wasserstraßenbehörde sie prüfen kann. Der volle Umfang steht in Anlage 4 der Verordnung.
Drei Stunden für diesen Stoff sind wenig. Das ist der Unterschied zu einem Kurs: In der Einweisung wird dir gezeigt, was auf diesem Boot in diesem Revier zu tun ist. Warum es zu tun ist, steht nicht auf der Liste.
Charterschein oder Sportbootführerschein Binnen?
Charterschein
- Keine amtliche Prüfung, aber mindestens drei Stunden Einweisung mit Theorie und Praxis
- Gilt nur für das eine gemietete Boot, die eingetragene Strecke und den eingetragenen Zeitraum
- Nur auf 30 Abschnitten, 12 davon mit zusätzlichen Auflagen
- Boot auf 12 km/h begrenzt, unter 15 Meter, höchstens 12 Personen
- Keine Nachtfahrt
- Endet mit der Mietzeit
Sportbootführerschein Binnen
- Amtlicher Führerschein, unbefristet gültig
- Gilt auf den Binnenschifffahrtsstraßen des Bundes, nicht nur auf einer Liste
- Kein 12-km/h-Deckel und keine Windstärke-Grenze aus der Charterliste
- Nachtfahrt erlaubt
- Eigene oder gemietete Sportboote unter 20 Metern, für die eingetragene Antriebsart, nicht nur ein Charterboot
- Einmalige Theorie- und Praxisprüfung notwendig
Kombikurs Binnen und See meistgewählt
Wann reicht der Charterschein, wann nicht?
Für einen einzelnen Hausbooturlaub auf einem der 30 Abschnitte reicht er. Wenn deine Tour auf der Müritz oder im Brandenburger Revier beginnt und endet, du tagsüber fährst und mit 12 km/h leben kannst, ist der Charterschein genau dafür gemacht. Der Vermieter erledigt die Formalitäten vor Ort mit dir.
Er reicht nicht, sobald einer dieser Punkte auf dich zutrifft:
- Du willst über die Grenze deines Abschnitts hinaus weiterfahren.
- Du willst öfter als einmal chartern. Jede Miete braucht eine neue Bescheinigung und eine neue Einweisung.
- Du willst ein eigenes Boot fahren. Der Charterschein gilt nur für gemietete Boote.
- Du willst abends noch weiter oder bei schlechter Sicht ankommen.
- Auf deinem Abschnitt gilt eine Windstärke-Grenze und du willst nicht, dass das Wetter über den Urlaubstag entscheidet.
- Du willst ins Ausland. Dort gilt der Charterschein nicht, siehe Bootsführerschein im Ausland.
Ob sich der Sportbootführerschein Binnen für dich rechnet, hängt von den Kurskosten, deinen Charterplänen und davon ab, wie viel Revierfreiheit du willst. Rechne die Gesamtkosten für mehrere Reisen gegen einen einmaligen Kurs. Wer auch aufs Meer möchte, braucht den Sportbootführerschein See; beide zusammen gibt es als Kombikurs, was Preis und Prüfungstermine spart. Bei BootsschuleX gibt es Kurse an über 100 Standorten, auch in den Charterrevieren in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Welche Kurse es gibt und was sie kosten, siehst du in der Kurs- und Preisübersicht.
Häufige Fragen zum Charterschein
Nein. Er ist ausdrücklich keine Fahrerlaubnis, sondern erlaubt dir nur ein gemietetes Boot unter festen Auflagen. Endet die Mietzeit, endet die Berechtigung.
Bei Booten mit Motor darf ein Vermieter nicht an Jugendliche unter 16 Jahren vermieten.
Mindestens drei Stunden, je nach Revier und Vorkenntnissen auch länger. Einweisen darf nur, wer selbst mindestens den Sportbootführerschein Binnen hat und das Fahrtgebiet besonders gut kennt.
Nein. Auf der Bescheinigung steht ein Fahrverbot bei Nacht und bei unsichtigem Wetter, also zum Beispiel bei Nebel.
Das Boot selbst muss auf 12 km/h im stillen Wasser begrenzt sein. Das ist eine Anforderung an das Fahrzeug und keine Tempovorgabe, die du im Blick behalten musst.
Nein, er ist deutsches Recht und gilt nur auf den aufgeführten deutschen Wasserstraßen. Für einen Hausbooturlaub im Ausland gelten die Regeln des jeweiligen Landes.
Ja. Die Gewässerliste wurde im Oktober 2025 geändert und gilt dauerhaft. Ältere Darstellungen im Netz, die von einem befristeten Versuch bis Ende 2026 sprechen, sind überholt.
Auf einigen Abschnitten ja, zum Beispiel auf dem Plauer See in der Müritz-Elde-Wasserstraße. Dort musst du vor der Einfahrt beim Vermieter anrufen, deshalb gehört das Handy zur Pflichtausrüstung.
Quellen: Binnenschifffahrt-Sportbootvermietungsverordnung, § 9 ELWIS, Mieten von Sportbooten Fassung vom 14. Oktober 2025, Gewässerliste mit Stand 21. Oktober 2025. Geprüft am 27. Juli 2026.