Die Navigationsaufgabe: Kartenarbeit Schritt für Schritt

In der Navigationsaufgabe beantwortest du 9 Fragen auf der Übungskarte D49, mindestens 7 müssen stimmen. Die meisten Fragen verlangen dieselben Handgriffe: Kurs ablesen, Kompasskurs rechnen, Distanz abgreifen, peilen und den Standort eintragen.

Felix Schoberwalter Von Felix Schoberwalter Aktualisiert am 22. Oktober 2026 10 Min. Lesezeit
9:27
Seekarte auf einem Holztisch, darauf zwei Kursdreiecke, ein Stechzirkel, ein Bleistift und ein Radiergummi, mit Bleistift eine Kurslinie zwischen zwei eingekreisten Tonnen eingezeichnet

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Navigationsaufgabe gehört zur Theorieprüfung des SBF See. Du beantwortest 9 Fragen schriftlich oder durch Eintragungen in die Seekarte, mindestens 7 müssen richtig sein.
  • Grundlage ist die Übungskarte D49 mit den Mündungen von Jade, Weser und Elbe. Alle 15 Navigationsaufgaben stehen samt Ergebnissen im amtlichen Fragenkatalog See, bei Eintragungen in die Karte steht dort nur „Siehe Karte“.
  • Erlaubt sind Navigationsdreieck, Anlegedreieck, Doppellineal, Portland Plotter und Zirkel. Einen Taschenrechner darfst du nicht benutzen.
  • Von der Karte zum Kompass ziehst du Missweisung und Ablenkung ab, vom Kompass zur Karte zählst du sie dazu, jeweils mit ihrem Vorzeichen.
  • Rechnest du mit einem falschen Zwischenergebnis richtig weiter, zählen die folgenden Antworten trotzdem als richtig.

So ist die Navigationsaufgabe aufgebaut

Die Navigationsaufgabe ist ein eigener Teil der Theorieprüfung zum SBF See und wird getrennt bewertet. Zum Fragebogen mit 7 Basisfragen und 23 spezifischen Fragen kommen 9 Fragen zur Navigation. Für alle 39 Fragen zusammen hast du 60 Minuten.

Grundlage ist die Übungskarte D49, eine Seekarte der Deutschen Bucht mit Jade, Weser und Elbe. In der Prüfung arbeitest du auf einem Ausschnitt dieser Karte, der Katalog nennt dafür acht Ausschnitte. Der amtliche Fragenkatalog nennt 15 Fragetypen und 15 ausgearbeitete Navigationsaufgaben, jede mit 9 Fragen und den Ergebnissen. Wo du etwas in die Karte einträgst, steht als Ergebnis nur „Siehe Karte“. Anders als im Fragebogen kreuzt du nichts an: Du schreibst die Antwort selbst oder trägst Kurs, Peilung oder Position in die Karte ein. Die Fragen benutzen Abkürzungen: rwK ist der rechtweisende Kurs, MgK der Magnetkompasskurs, rwP und MgP sind die Peilungen dazu.

Außer den Zeichengeräten ist kein Hilfsmittel erlaubt, auch kein Nachschlagewerk wie die Karte 1 mit den Zeichenerklärungen. Was Tonnen, Tiefenangaben und Abkürzungen bedeuten, musst du also kennen. Du rechnest im Kopf oder auf dem Papier.

Ein Fehler am Anfang kostet nicht die ganze Aufgabe. Rechnest du einen Kurs falsch und arbeitest mit ihm folgerichtig weiter, zählen die späteren Antworten als richtig. Die Verordnung nennt das Folgefehler. Damit der Prüfer das erkennt, schreibst du jeden Rechenschritt auf.

Kursverwandlung: zwischen Karte und Kompass rechnen

Die Karte bezieht sich auf geographisch Nord, der Kompass an Bord nicht. Deshalb unterscheidet die Navigation drei Nordrichtungen. Rechtweisend Nord ist die Richtung zum geographischen Nordpol, darauf beziehen sich Kurse und Peilungen in der Karte. Missweisend Nord ist die Richtung des Erdmagnetfelds, in die sich eine ungestörte Kompassnadel stellt. Magnetkompass-Nord ist die Richtung, in die der Kompass an Bord zeigt. Sie weicht von missweisend Nord ab, weil das Boot mit seinen Einbauten die Nadel zusätzlich ablenkt.

Zwischen den drei Richtungen liegen zwei Winkel. Die Missweisung (Mw) liegt zwischen rechtweisend und missweisend Nord und steht in der Seekarte. Die Ablenkung (Abl), auch Deviation genannt, liegt zwischen missweisend Nord und Magnetkompass-Nord. Sie hängt vom Kurs ab, den das Boot gerade fährt, und steht in der Ablenkungstabelle des Boots. In der Prüfung gibt die Frage sie vor.

  • Vom Kompass zur Karte: Magnetkompasskurs plus Ablenkung ergibt den missweisenden Kurs, plus Missweisung den rechtweisenden Kurs.
  • Von der Karte zum Kompass: derselbe Weg rückwärts, du ziehst erst die Missweisung und dann die Ablenkung ab.

Beide Werte haben ein Vorzeichen, und das rechnest du mit. Ist die Ablenkung negativ, wird aus dem Abziehen ein Addieren: Bei rwK 200°, Missweisung +1° und Ablenkung -2° ist der MgK 200° - 1° + 2° = 201°. Liegt ein Ergebnis über 360°, ziehst du 360° ab, liegt es unter 0°, zählst du 360° dazu. Für Peilungen gilt dieselbe Rechnung. Peilst du über den Kompass am Steuerstand, nimmst du die Ablenkung für den Kurs, den das Boot gerade fährt, nicht für die Peilrichtung. In der Prüfung steht sie in der Frage.

Derselbe Kurs, von drei Nordrichtungen aus gemessen: In Aufgabe 1 wird aus rwK 079° über Mw +1° und Abl +4° der MgK 074°. Bei negativer Ablenkung zählst du dazu statt abzuziehen. Die Winkel zwischen den Nordrichtungen sind sechsfach vergrößert, nicht maßstäblich.

Von einem Punkt gehen der Pfeil für rechtweisend Nord und eine Kurslinie aus, der Kurs ist 079 Grad. Ein zweiter Pfeil, missweisend Nord, dreht um die Missweisung von plus 1 Grad nach rechts, von ihm aus gemessen hat der Kurs 078 Grad, gerechnet 079 minus 1. Ein dritter Pfeil, Magnetkompass-Nord, dreht um die Ablenkung von plus 4 Grad weiter nach rechts, der Kurs hat von dort aus 074 Grad, gerechnet 078 minus 4, zur Probe 074 plus 4 plus 1 gleich 079. Im zweiten Beispiel ist der rechtweisende Kurs 200 Grad, die Missweisung plus 1 und die Ablenkung minus 2 Grad: Magnetkompass-Nord liegt jetzt links, und der Magnetkompasskurs ist 199 plus 2 gleich 201 Grad.

Navigationsaufgabe 1 Schritt für Schritt

Die Lage aus dem Katalog: Ein Sportboot ist in der Deutschen Bucht von Borkum nach Cuxhaven unterwegs. Die Fahrt über Grund, also die Geschwindigkeit gegenüber dem Meeresboden, beträgt 8 Knoten. Um 10:00 Uhr passiert es die Leuchttonne TG19/Weser 2 und setzt von dort Kurs auf die Ansteuerungstonne ST der Alten Weser. Die Ergebnisse unten stammen aus dem amtlichen Katalog. Wo er nur „Siehe Karte“ schreibt, steht hier, was du einträgst.

  1. Kurs absetzen und rwK ablesen

    Verbinde die Tonnen TG19/Weser 2 und ST mit dem Navigationsdreieck zu einer Linie, das ist deine Kurslinie. Lies daran den rechtweisenden Kurs ab, also die Richtung bezogen auf geographisch Nord. Ergebnis: rwK 079°.

    Wichtig: Das Dreieck zeigt zwei Werte, die 180° auseinanderliegen. Du brauchst den in Fahrtrichtung, von TG19/Weser 2 nach ST.

    Typischer Fehler: Der Gegenkurs wird abgelesen, hier 259° statt 079°.

  2. Den Magnetkompasskurs berechnen

    Die Ablenkung gibt die Frage vor: +4°. Die Missweisung liest du in der Karte ab, für diese Aufgabe sind es +1°, so steht es in einer Fußnote des Katalogs. Von der Karte zum Kompass ziehst du beide ab:
    079° - 1° = 078° (missweisender Kurs)
    078° - 4° = MgK 074°

    Wichtig: Rechne zur Probe zurück: 074° + 4° + 1° = 079°. Kommt der rwK heraus, stimmen die Vorzeichen.

    Typischer Fehler: Missweisung und Ablenkung werden addiert statt abgezogen, heraus kommt 084°.

  3. Die Distanz mit dem Zirkel abgreifen

    Setz den Zirkel in beide Tonnen und trag die Öffnung an den seitlichen Kartenrand, etwa auf der Höhe deiner Strecke. Dort ist eine Bogenminute der Breite eine Seemeile. Ergebnis: 6,1 sm.

    Typischer Fehler: Die Strecke wird am oberen oder unteren Kartenrand gemessen. Dort stehen die Minuten der Länge, und die sind keine Seemeilen.

  4. Die Zeit berechnen

    Zeit ist Distanz durch Fahrt. Ohne Taschenrechner geht es über die Minuten pro Seemeile: Bei 8 Knoten fährst du 8 Seemeilen in 60 Minuten, also eine Seemeile in 7,5 Minuten. 6,1 mal 7,5 ergibt 45,75 Minuten. Der Katalog nennt auch 46 Minuten oder „in einer 3/4 Stunde“.

  5. Den Koppelort um 10:30 Uhr bestimmen

    Von 10:00 bis 10:30 Uhr fährst du eine halbe Stunde mit 8 Knoten, also 4 Seemeilen. Greif 4 Seemeilen am seitlichen Rand ab und trag sie von TG19/Weser 2 auf der Kurslinie ab. Dieser Punkt ist der Koppelort: der Ort, an dem du nach Kurs, Fahrt über Grund und Zeit sein müsstest. Ergebnis: 53° 55,8′ N, 007° 51,3′ E.

    Wichtig: Die Breite liest du am seitlichen Kartenrand ab, die Länge am oberen oder unteren.

  6. Die Peilungen umrechnen

    Um 10:30 Uhr peilst du mit dem Hand-Peilkompass zwei Tonnen: Tonne 4a der Neuen Weser mit 169° und Tonne ST mit 064°. Die Ablenkung ist 0°, die Missweisung wieder +1°. Vom Kompass zur Karte zählst du beides dazu:
    169° + 0° + 1° = rwP 170°
    064° + 0° + 1° = rwP 065°

    Wichtig: Nimm immer die Ablenkung, die in der Frage steht. Für die Peilungen ist sie hier 0°, nicht +4° wie beim Kurs.

  7. Die Peilungen eintragen

    Eine Peilung ist die Richtung von dir zum Objekt. Leg das Dreieck mit 170° an Tonne 4a und zieh die Linie zu dir hin, also von der Tonne aus in Richtung 350°. Mit 065° an Tonne ST läuft die Linie von der Tonne aus in Richtung 245°. Wo sich beide Linien schneiden, warst du um 10:30 Uhr tatsächlich. Das ist der beobachtete Ort.

    Typischer Fehler: Die Linie wird von der Tonne aus in Peilrichtung gezogen und liegt damit auf der falschen Seite der Tonne.

  8. Die Besteckversetzung messen

    Die Besteckversetzung sind Richtung und Distanz vom Koppelort zum beobachteten Ort zur selben Uhrzeit. Leg das Dreieck an die Verbindung beider Punkte und miss die Strecke mit dem Zirkel. Ergebnis: 103°, 0,8 sm.

    Wichtig: Gemessen wird immer vom Koppelort zum beobachteten Ort.

    Typischer Fehler: Die Richtung wird vom beobachteten Ort zum Koppelort gemessen. Dann steht 283° da statt 103°.

  9. Die Tonne ST beschreiben

    Die Angaben liest du an der Tonne in der Karte ab und schreibst sie aus. Lösung im Katalog: Farbe rot-weiß senkrecht gestreift, Kennung weißes Gleichtaktfeuer mit 8 Sekunden Wiederkehr, Toppzeichen roter Ball. Gleichtakt heißt: Licht und Dunkelheit dauern gleich lang. Das ist eine Mittefahrwasser-Tonne, sie bezeichnet die Zufahrt zu einem Fahrwasser.

Den Standort bestimmen: Peilung, Abstand und Tiefenlinie

Jede rechtweisende Peilung auf ein festes, bekanntes Objekt ergibt in der Karte eine Standlinie. Irgendwo auf dieser Linie bist du, eine zweite Angabe legt den Punkt fest. In den 15 Katalogaufgaben kommen drei Wege vor:

  • Kreuzpeilung: Du peilst zwei oder drei Objekte, etwa Tonnen, Leuchttürme oder eine Kirche. Der Schnittpunkt der Standlinien ist dein Standort. Wähl die Objekte so, dass die beiden Peilungen mindestens 30° und höchstens 150° auseinanderliegen. Dann ist der Standort ausreichend sicher.
  • Peilung und Abstand: Du kennst Richtung und Entfernung zu einem Objekt, in Aufgabe 8 etwa rwP 084° und 1,6 sm zur Tonne E2. Trag die Peilung ein und miss den Abstand mit dem Zirkel auf der Linie ab.
  • Peilung und Tiefenlinie: In Aufgabe 2 ist das Boot zur Zeit der Peilung auf der 20-Meter-Linie. Wo die Standlinie die Tiefenlinie schneidet, bist du.

Dazu kommen Positionen, die die Aufgabe vorgibt, etwa vom GPS. Die trägst du mit Breite und Länge ein. Liegen beobachteter Ort und Koppelort auseinander, kann das an ungenauem Steuern oder Koppeln liegen. Möglich ist auch ein Kursfehler, etwa durch eine ungenaue Ablenkungstabelle. Oder du hast Strom und Wind nicht oder nicht vollständig berücksichtigt.

Distanz, Zeit und Geschwindigkeit ohne Taschenrechner

Ein Knoten ist eine Seemeile pro Stunde, eine Seemeile sind 1.852 Meter. Damit kommst du mit drei Rechnungen aus:

  • Zeit in Minuten = Distanz geteilt durch Fahrt, mal 60
  • Distanz = Fahrt mal Zeit in Minuten, geteilt durch 60
  • Fahrt = Distanz geteilt durch Zeit in Stunden

Merk dir die Minuten pro Seemeile für die gängigen Fahrten: Bei 6 Knoten sind es 10 Minuten, bei 8 Knoten 7,5, bei 10 Knoten 6 und bei 12 Knoten 5 Minuten. In Aufgabe 2 legt ein Boot mit 10 Knoten 11,1 sm zurück: 11,1 mal 6 ergibt 66,6 Minuten, der Katalog nennt 67 Minuten. In Aufgabe 9 schafft das Boot 4,6 sm in einer Stunde, die Geschwindigkeit ist also 4,6 Knoten.

Tonnen, Leuchtfeuer und Karteneinträge

Ein Teil der Fragen prüft, ob du die Karte lesen kannst. Gefragt wird nach der Bedeutung eines Zeichens, nach seiner Beschreibung oder nach einem Eintrag in der Karte. Die Lösungen im Katalog stehen ausgeschrieben, einige Beispiele daraus:

  • Bedeutung: Tonne NGN ist ein Nord-Kardinalzeichen. Sie liegt nördlich einer Gefahrenstelle, du fährst also nördlich an ihr vorbei. Mehr dazu im Ratgeber Kardinalzeichen.
  • Beschreibung einer Tonne: Farbe, Kennung und Toppzeichen. Tonne 1 der Elbe ist grün, zeigt ein grünes Funkelfeuer und trägt einen grünen Kegel mit der Spitze oben.
  • Beschreibung eines Leuchtturms: Art des Feuers, Farben, Feuerhöhe und Nenntragweite. Der Leuchtturm Alte Weser hat ein Festfeuer in weißen, roten und grünen Sektoren, Feuerhöhe 33 m, Nenntragweite 23 bis 18 sm. Der Zusatz Horn Mo(AL)60s steht für ein Nebelhorn, das alle 60 Sekunden die Morsebuchstaben A und L gibt.
  • Einträge in der Karte: Kartentiefen in Metern und Dezimetern, Wracks mit ihrer Tiefe, ein Schifffahrtshindernis mit der Abkürzung Obstn. Der rote Eintrag mit einem A in Aufgabe 3 ist eine Stromraute: An dieser Position gibt es eine Angabe zum Gezeitenstrom.
  • Farben der Karte: Weiß ist tiefes Wasser, hellblau flaches Wasser, hellgrün Watt und hellgelb Land.

Wie Fahrwasser betonnt sind und welche Seite rot und welche grün bezeichnet, steht im Ratgeber Seezeichen und Betonnung.

Alle 15 Fragetypen auf einen Blick

Nr. Frage im Katalog Was du dafür tust
286 Wie lautet der rwK? Kurslinie ziehen und den rechtweisenden Kurs mit dem Navigationsdreieck ablesen, oder einen vorgegebenen MgK mit Ablenkung und Missweisung in den rwK umrechnen.
287 Tragen Sie den Kurs in die Seekarte ein. Linie vom Startpunkt zum Ziel ziehen oder einen vorgegebenen Kurs vom Startpunkt aus anlegen.
288 Wie lautet der MgK? Vom rechtweisenden Kurs Missweisung und Ablenkung abziehen.
289 Wie lauten die Peilungen? Kompasspeilungen umrechnen (Ablenkung und Missweisung dazuzählen) oder, wenn dein Ort schon in der Karte steht, die Richtung zum Objekt mit dem Dreieck messen.
290 Tragen Sie die Peilungen in die Seekarte ein. Rechtweisende Peilung an das gepeilte Objekt anlegen und die Linie zu dir hin ziehen.
291 Entnehmen Sie der Seekarte die geographische Position. Breite am seitlichen Kartenrand ablesen, Länge am oberen oder unteren.
292 Tragen Sie die Position in die Seekarte ein. Breite und Länge an den Kartenrändern abgreifen und den Punkt markieren.
293 Wie groß ist die Distanz? Strecke mit dem Zirkel abgreifen und am seitlichen Kartenrand in Seemeilen messen.
294 Auf welcher Position befindet sich das Schiff nach Koppelort? Gefahrene Strecke aus Fahrt und Zeit rechnen, auf der Kurslinie abtragen, Position ablesen.
295 Wie lautet die Besteckversetzung? Richtung und Distanz vom Koppelort zum beobachteten Ort messen.
296 In welcher Zeit erreichen Sie das Ziel? Distanz durch Fahrt teilen, in Minuten umrechnen, bei Bedarf zur Startzeit addieren.
297 Wie groß ist die Geschwindigkeit? Distanz durch Zeit in Stunden teilen.
298 Welche Bedeutung hat das Schifffahrtszeichen? Art des Zeichens nennen und sagen, was es dir anzeigt.
299 Beschreiben Sie das Schifffahrtszeichen (zum Beispiel Farbe, Kennung, Toppzeichen, Nenntragweite, Feuerhöhe, Art des Feuers). Die Angaben an der Tonne oder am Leuchtturm in der Karte lesen und ausgeschrieben wiedergeben.
300 Was bedeutet diese Eintragung in der Seekarte? Kartenzeichen erkennen, etwa eine Tiefenangabe, ein Wrack oder eine Stromraute.
Die Fragen stehen so im amtlichen Fragenkatalog See. Für jede Navigationsaufgabe werden 9 davon ausgewählt und auf die Lage der Aufgabe zugeschnitten.

Wo du die Navigationsaufgabe übst

Im Kurs zum SBF See findest du alle 15 amtlichen Navigationsaufgaben in der BootsschuleX-App, zu jeder Frage mit Lösung. Zum Rechnen brauchst du die Übungskarte D49 auf Papier. Rechne jede Aufgabe mindestens einmal mit Dreieck und Zirkel durch und vergleiche mit der Lösung. Wie viele Fehler du in den anderen Prüfungsteilen machen darfst, steht im Ratgeber Ist der Bootsführerschein schwer?. Den Ablauf des Prüfungstags beschreibt der Ratgeber zur SBF-See-Prüfung.

Acht Aufgaben zum Nachrechnen

Ohne Karte, nur Rechnen. Nimm Papier und Stift, so wie in der Prüfung.

  1. rwK 125°, Missweisung +2°, Ablenkung -3°. Wie lautet der MgK?

    Von der Karte zum Kompass ziehst du beide Werte mit Vorzeichen ab: 125° - 2° = 123°, dann 123° - (-3°) = 126°.

  2. Du peilst eine Tonne mit dem Hand-Peilkompass: MgP 210°. Ablenkung 0°, Missweisung +1°. Wie lautet die rwP?

    Vom Kompass zur Karte zählst du dazu: 210° + 0° + 1° = 211°.

  3. MgK 300°, Ablenkung -4°, Missweisung +1°. Wie lautet der rwK?

    300° + (-4°) = 296°, dann 296° + 1° = 297°.

  4. MgK 358°, Ablenkung +3°, Missweisung +1°. Wie lautet der rwK?

    358° + 3° + 1° = 362°. Über 360° ziehst du 360° ab, es bleibt 002°.

  5. Bis zur nächsten Tonne sind es 4,5 sm, du fährst 6 kn. Wie lange brauchst du?

    Bei 6 kn brauchst du 10 Minuten pro Seemeile: 4,5 mal 10 = 45 Minuten.

  6. Du fährst 50 Minuten mit 9 kn. Wie weit bist du gekommen?

    9 mal 50 = 450, geteilt durch 60 ergibt 7,5 sm.

  7. Zwischen zwei Tonnen liegen 3 sm, du brauchst dafür 20 Minuten. Wie schnell bist du?

    20 Minuten sind eine Drittelstunde. In einer ganzen Stunde schaffst du dreimal so viel, also 9 sm. Das sind 9 kn.

  8. Du peilst eine Tonne in rwP 045°. In welche Richtung ziehst du die Standlinie von der Tonne aus?

    Die Peilung ist die Richtung von dir zur Tonne. Von der Tonne aus liegst du in der Gegenrichtung: 045° + 180° = 225°.

Häufige Fragen zur Navigationsaufgabe

Nein. Erlaubt sind nur Navigationsdreieck, Anlegedreieck, Doppellineal, Portland Plotter und Zirkel. Auch Smartphone und Smartwatch darfst du nicht benutzen. Die Rechnungen im Katalog lassen sich alle auf Papier lösen.

Arbeitest du mit dem falschen Wert folgerichtig weiter, zählen die späteren Antworten als richtig. Falsch ist dann nur die Antwort mit dem Rechenfehler.

Die Navigationsaufgabe in der Prüfung ist eine der 15 Aufgaben aus dem amtlichen Fragenkatalog See. Du kannst also jede vorher durchrechnen und deine Ergebnisse mit dem Katalog vergleichen. Eintragungen in die Karte kannst du dort nicht vergleichen, der Katalog schreibt dazu nur „Siehe Karte“.

Ja. Mit dem SBF Binnen unter Motor sparst du dir nur die Basisfragen. Die 23 spezifischen Fragen See und die 9 Fragen der Navigationsaufgabe bleiben, dafür hast du 50 Minuten.

Quellen: ELWIS: Fragenkatalog See, Navigationsaufgaben 286 bis 300 und Aufgaben 1 bis 15 ELWIS: Bewertungsschlüssel der theoretischen Prüfung Sportbootführerscheinverordnung, Anlage 3 Nr. 1.1 und 1.3 ELWIS: Fragenkatalog SKS, Navigation Nr. 48 bis 62 ELWIS: Navigationsaufgaben SKS mit Lösungen Deutscher Motoryachtverband: Ablauf der Prüfung Geprüft am 23. Oktober 2026. Fragen wörtlich, Ergebnisse inhaltlich unverändert aus dem Fragenkatalog See, Stand 1. August 2023, Quelle www.elwis.de.

Felix Schoberwalter

Geschrieben von

Felix Schoberwalter

Fachredaktion BootsschuleX

Zuletzt geprüft und aktualisiert am 22. Oktober 2026

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