Sog ist das Wasser, das ein fahrendes Schiff entlang seines Rumpfs mit sich zieht. Er senkt den Wasserstand daneben kurz ab und zieht Boote, die zu dicht kommen, zur Bordwand hin.
Ein Rumpf schiebt vorn Wasser beiseite, und dieses Wasser strömt an den Seiten nach hinten, um die Lücke hinter dem Schiff wieder zu füllen. Neben dem Rumpf fließt es dadurch schneller als ringsum, und der Wasserstand sinkt dort für einen Moment. Ein Boot am Steg spürt das als Rucken: erst fehlt ihm Wasser unter dem Kiel und es fällt in die Leinen, dann kommt der Wellenschlag und hebt es wieder an. Deshalb nennt die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung beides in einem Atemzug, wenn sie vor Hafeneinmündungen und an Liegeplätzen verlangt, die Geschwindigkeit herunterzunehmen.
Bei großen Schiffen wird aus dem Rucken eine Kraft, die ein Sportboot bewegt. Die Wasserstraßenverwaltung schreibt für den Nord-Ostsee-Kanal, dass der stärkste Sog eines Seeschiffs auf Höhe seiner Rumpfmitte entsteht und eine Yacht, die zu dicht heranfährt, an die Bordwand gezogen wird. Abstand ist dagegen das einzige Mittel. In der Schleusenkammer kommt das Schraubenwasser eines Frachters dazu, der mit laufender Maschine festmacht; wer da hineinfährt, steuert nicht mehr.